19.11.2020 - Anlagethema: Gold

Anlagethema-Gold

Momentan schwärmen alle vom Gold

Dr. Jens Ehrhardt ist ein bekennender Gold-Fan und hält sowohl als Fondsmanager als auch privat das Edelmetall im Portfolio als Schutz von Inflation und Finanzkrisen. Was Anleger bei der Anlage in Gold oder in Goldminenaktien beachten sollten, erläutert er im Interview.

Herr Ehrhardt, wie stehen Sie zum Thema Gold?

Ich bin ein Gold-Fan und war schon beim ersten großen Preisaufschwung in den 70er-Jahren dabei. Das Top kam 1980 bei 850 Dollar pro Feinunze. Da hatte ich relativ hohe Goldbestände in der Vermögensverwaltung, bin dann aber auch raus, weil ich das überzogen fand. Es war schon schwierig, weil die Anleger euphorisch waren und das oft nicht wollten. Privatleute haben sogar Silberbesteck gekauft, weil parallel eine große Silberspekulation lief. Damals hatte ich einen bekannten Wirtschaftsprofessor als Kunden in der Vermögensverwaltung. Der kündigte mir, weil er das Gold behalten wollte. Aber meine Entscheidung war richtig, denn dann war die Hausse vorbei.

Sie haben gegen die allgemeine Stimmung gehandelt. Auch beim zweiten Preisaufschwung?

Ja, das war im Jahr 2000, als nach zwei schwachen Jahrzehnten die nächste Hausse begann. Gold kostete nur 250 Dollar. Keiner wollte was von Edelmetallen wissen. Bei meinen Fernsehauftritten sagten mir die Moderatoren, ich solle bloß nicht über Gold reden, weil das niemanden interessiere. Das Sprechverbot war ein guter Kontraindikator, dass es nur aufwärtsgehen konnte.

Wie viel Gold halten die DJE-Fonds?

In den Mischfonds wie FMM-Fonds, Alpha Global oder Zins & Dividende etwa sieben Prozent der Gelder. Darunter ist ein kleinerer Teil Goldminenaktien. Mischfonds sind aber heikel, weil Anleihen als zweite wichtige Vermögensform in Tiefzinszeiten praktisch ausfallen. Ich nutze dann teilweise gute Versorgeraktien mit einer Dividendenrendite von fünf Prozent als Bondersatz. Ansonsten taugen Anleihen höchstens noch als Risikopuffer im Depot.

Investieren Sie auch privat in Gold?

Gold in Wertpapierform, das heißt Xetra-Gold, und das schon lange. Dazu kommen Kilobarren. Außerdem habe ich etwas von meinem Vater und Großvater geerbt. Mein Vater kaufte von seinem Ersparten Goldmünzen und auch einige 100-Gramm-Barren.

Ist die Anlage in Gold für Privatanleger sinnvoll?

Momentan schwärmen alle vom Gold. Aber in Dollar gerechnet ist der Preis heute nicht höher als vor neun Jahren: 2011 waren wir auch schon einmal bei 1.900 $ pro Unze. Es hat sich ein Denken eingebürgert, dass Gold solide sei und immer steige. Die Inflation ist aber noch nicht so hoch, dass sie den Goldpreis treibt. Positiv für den Goldpreis sind allerdings negative Realzinsen, und die haben wir ja tatsächlich. Wenn in den USA die Konjunktur einbricht und die Stimulierungsmaßnahmen nicht wirken, dann wird wahrscheinlich auch die Inflation herunterkommen, und dann hätte man plötzlich einen positiven Realzins. Das würde den Goldpreis dann drücken. Ich sehe im Moment aber nicht, dass es wirklich eine so große Krise gibt.

Wie viel Gold sollten Privatanleger besitzen?

Irgendwo zwischen fünf und 15 Prozent. Gold ist ein Schutz gegen Inflation und gegen Finanzkrisen, wenn beispielsweise das Bankensystem wackeln sollte. Dies gilt besonders, da viele Anleger heute Negativzinsen zahlen müssen, wenn sie ihr Geld auf dem Bankkonto horten. Einen kleinen Teil davon in Gold umzuschichten halte ich darum für klug. Trotzdem erwarte ich nicht, dass der Goldpreis in gleichem Maße steigt wie zuvor. Viele Anleger investieren heutzutage in Gold-ETF – also in Indexfonds, die mit Gold hinterlegt sind und die sich genauso schnell kaufen wie verkaufen lassen. Dies macht Gold heute deutlich anfälliger für Preisschwankungen.

Der jüngste Preisaufschwung läuft seit rund fünf Jahren. Bei den beiden vorherigen Aufschwüngen haben sich die Preise versieben- und verachtfacht. Wiederholt sich das Muster, kostet Gold am nächsten Top 8.000 Dollar …

Das kann ich mir jetzt schwer vorstellen. Auch wenn die Bank of America neulich die 3.000 Dollar in den Raum stellte. Ich hatte im vergangenen Jahr 2000 Dollar vorhergesagt. Da lag ich richtig, denn in diesem August waren wir kurzzeitig drüber. Der Preis könnte nach dem Rückgang noch etwas konsolidieren. Die Dollarstärke belastet, denn längerfristig laufen Goldpreis und Dollar in die entgegengesetzte Richtung. Außerdem ist noch viel Optimismus für das Metall im Markt. Wenn das bereinigt ist, dann wäre bald Zeit zum Nachkaufen. Goldminenaktien hinken etwas hinterher und sind recht preiswert. Die Gesellschaften hatten früher oft schlechte Bilanzen, aber das hat sich geändert.

Wie sieht es mit Goldaktien aus?

Goldaktien sind weniger teuer als in der Vergangenheit, sie haben sich in den letzten Jahren wesentlich schlechter entwickelt als der Goldpreis. Einige von ihnen haben mittlerweile auch ordentliche Dividendenrenditen. Kommt es allerdings zu einer Konsolidierung beim Goldpreis, sind Goldaktien für kurzfristige Gewinne wohl weniger geeignet.

Seit dem Frühjahr haben wir eine neue Lage mit den gewaltigen Rettungspaketen der Notenbanken und der Regierungen zur Bekämpfung des Konjunktureinbruchs …

Wenn die Notenbanken so viel Geld drucken, dann müsste man erwarten, dass Gold teurer wird. Aber auch nach der Finanzkrise passierte das nicht.

Ist das schon das Ende der Geschichte? Kommt nicht bald eine Inflation?

Die Frage ist tatsächlich: Rächt sich diese gewaltige monetäre Expansion irgendwann? Wenn es schiefgehen sollte, ist Gold wahrscheinlich die wertbeständigste Anlage.

 

Diese DJE-Fonds sind auf Goldanlagen fokussiert:

Bis zu 30% Physisches Gold: DJE Gold & Stabilitätsfonds

Zwischen 30 und 100% Goldminenaktien: DJE – Gold & Ressourcen

 

 

 

 

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