09.04.2019 - Fonds: Im Interview: Dr. Jan Ehrhardt (1 von 3)

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Im Interview: Dr. Jan Ehrhardt

Im Interview erläutert Fondsmanager Dr. Jan Ehrhardt, warum er das Portfolio des DJE - Zins & Dividende in der Regel nur behutsam anpasst und Aktienrückkäufe in den USA eine stärkere Bedeutung haben als in Europa.

Der DJE - Zins & Dividende bietet seinen Anlegern seit seiner Auflage Ende 2010 Verlässlichkeit - nachhaltige Wertentwicklung und nur moderate Schwankungen. Im Interview erläutert Fonds­manager Dr. Jan Ehrhardt, warum er das Fondsportfolio in der Regel nur behutsam anpasst und Aktienrückkäufe in den USA eine stärkere Bedeutung haben als in Europa.

Der DJE - Zins & Dividende ist 2018 und 2019 mit dem Deutschen und Österreichischen Fondspreis ausgezeichnet worden. Worauf führen Sie diesen Erfolg zurück?

Dr. Jan Ehrhardt: Mit dem DJE - Zins & Dividende investieren unsere Anleger in einen Fonds, der zu mindestens 50% in Anleihen und zu maximal 50% in Aktien anlegen darf. Sie erwarten zu Recht eine stetige, möglichst schwankungsarme Wertentwicklung. Wenn es zu einer Situation wie 2018 kommt, dann sollten die Ausschläge nach unten nicht zu stark sein. Genau das hat der Fonds im vergangenen Jahr unter Beweis stellen können. Der Kurs-DAX ist 2018 um - 20% gefallen, andere Märkte in Europa oder in Asien zum Teil sogar tiefer, während der Fonds - je nach Tranche in etwa -4% verloren hat. In der Aufwärtsphase von 2012 bis 2017 gab es dagegen eine gute Wertentwicklung. Ich glaube, dass diese Kombination für die Kunden wichtig ist und daher auch mit dem Fondspreis honoriert wurde.

Im Portfolio gibt es meist nur sehr allmähliche Anpassungen, kaum abrupte Steigerungen etwa der Aktienquote oder von Portfoliopositionen. Kann das auch mit zu dem Ergebnis beigetragen haben.

Tatsächlich müsste viel passieren, bevor ich von einem Tag auf den anderen die Aktienquote um zehn Prozent heben oder senken würde. Auch wenn man auf längere Sicht bessere oder schlechtere Verhältnisse erwartet, im Normalfall sind die Veränderungen an den Märkten von Tag zu Tag graduell. Darum kaufe oder verkaufe ich Aktien beispielsweise in 0,1er Prozentpunkten. Auch die Branchen- und Ländergewichtungen passe ich in der Regel nur allmählich an. Wenn wir den Kapitalmarkt negativer einschätzen, reduzieren wir die Aktienquote allerdings kontinuierlich. Das trägt ebenso zu einer schwankungsärmeren Wertentwicklung bei.

Nach welchen Kriterien legen Sie die Aktien- und Rentenquote des Fonds fest? Gibt es eine aktive Quotensteuerung, oder sind die Quoten das Ergebnis der Wertpapierauswahl?

Die Quoten sind ein Resultat unserer volkswirtschaftlichen Top-down-Analyse und der Asset-Allokation, die wir in unserem monatlichen Strategie-Meeting besprechen. In dem Meeting geht es uns darum festzulegen, wie hoch die einzelnen Länder und Branchen gewichtet werden sollten und wie hoch die Aktien-, Anleihen- und Kassenquote sein sollte. Wir steuern den Investmentprozess über die FMM-Methode. Hier haben fundamentale Indikatoren den größten Einfluss, gefolgt von monetären und markttechnischen Kennzahlen, darunter Geldmengen- und Inflationszahlen und Stimmungsindikatoren.

Stichwort Geldmenge, wie sieht das aktuell aus?

In Deutschland haben wir mit einem M1-Wachstum von rund sechs Prozent ein durchschnittliches Niveau. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren nicht besonders hoch, aber es ist im Prinzip genug Geld da, um Aktien zu kaufen. Problematisch wird es, wenn das Geldmengenwachstum negativ wird wie 2002 oder gegen null geht wie 2008. In Europa ist es ähnlich, die Geldmenge M1 wächst mit 6,44% auf einem guten Niveau, aber längst nicht so stark wie zum Beispiel 2015, als die Europäische Zentralbank mit ihrem massiven Quantitative Easing begonnen hat. Zu der Zeit erreichte das Geldmengenwachstum rund 14 Prozent, und entsprechend stark stiegen auch die europäischen Aktienindizes. In den USA ist das Geldmengenwachstum mit 3,7% schwächer, aber nicht so schlecht wie etwa 2006 und 2007 vor der Finanzkrise. Hier wirken sich die Zinserhöhungen auf die Geldmenge aus. Allerdings ist diese Kennzahl für Europa wichtiger als für die USA.

Welche Faktoren sind für die USA denn entscheidender?

Da wären zum Beispiel Aktienrückkäufe, die in den USA eine größere Rolle spielen als in Europa. Sie sind weiter sehr stark und werden - zumindest im Durchschnitt - immer noch nicht mit Schulden finanziert. Bei der Heterogenität des US-Marktes muss man allerdings genau hinsehen. Da sind zum Beispiel Technologiewerte, die kaum oder gar nicht verschuldet sind und ihre Aktien zurückkaufen, weil sie über ausreichend Cashflow verfügen. Aber es gibt eben auch einige Firmen, die bereits verschuldet sind und ihre Aktienrückkäufe mit weiteren Schulden finanzieren, und das ist wiederum ungesund.

Worauf legen Sie Ihren Fokus bei der Aktienauswahl?

Eine Grundvoraussetzung für mich ist, ein Unternehmen zu kennen und die Verantwortlichen getroffen zu haben. Ich komme von der Analyseseite und treffe jährlich rund 180 Unternehmen pro Jahr. Natürlich muss die Bewertung stimmen, und das Unternehmen muss in den Fonds passen. Da wir das Aktienportfolio stark über Branchengewichtungen steuern, muss die Branche für uns attraktiv sein. Wir fragen uns, ob zum Beispiel noch eine Rohstoffaktie ins Portfolio passen könnte oder ob schon genug Chemie- und Rohstoffunternehmen enthalten sind oder ober wir nicht eher bei Gesundheits- oder Nahrungsmittelwerten untergewichtet sind. Falls ja, wäre das ein Signal an das Research, hier noch Aktien oder vielleicht auch eine Anleihen zu finden, die ins Portfolio passen.

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