16.11.2018 - Fonds: Kernkompetenz: Aktienauswahl

Fonds-Kernkompetenz-Aktienauswahl

Kernkompetenz: Aktienauswahl

Der DJE – Equity Market Neutral Europe ist ein innovativer Lösungsansatz für volatile Märkte in der Niedrigzinsphase. Der marktneutrale Fonds sichert die Markt- und Währungsrisiken nahezu vollständig ab. Die Fondsmanager Florian Bohnet und Kilian Stemberger erläutern das Konzept im Interview.

Seit Dezember 2017 investieren die Fondsmanager Florian Bohnet und Kilian Stemberger mit dem DJE – Equity Market Neutral Europe in rund 50 europäische Aktienwerte, die sie jeweils gleich gewichten. Sie sichern die Markt- und Währungsrisiken mithilfe von Derivaten nahezu vollständig ab, um den Fonds marktneutral aufzustellen. Damit ist es unerheblich, ob der Stoxx Europe 600 Index steigt oder fällt. Solange die 50 ausgewählten Titel im Schnitt besser abschneiden als der zur Absicherung genutzte Index, erzielen Investoren mit dem Fonds eine positive Rendite.

  1. Wie kam es zur Gründung des Fonds?
    Florian Bohnet:
    Wir haben uns 2017 gefragt, was Kunden brauchen, wenn der Markt drehen und das Niedrigzinsumfeld in Europa anhalten sollte, wonach es für uns aussieht. Unsere Lösung für schwierige Marktphasen sollte auf der Stärke unserer Aktienauswahl aufbauen, aber mit geringer Korrelation zum europäischen Aktienmarkt und niedriger Volatilität. So haben wir den DJE – Equity Market Neutral Europe entwickelt, der die aus unserer Sicht besten europäischen Anlage-Ideen unseres Research-Teams vereint und auf eine stärkere Wertentwicklung als der breite Markt abzielt. Zugleich sichern wir über Index-Derivate das Marktrisiko weitestgehend ab. So verliert der Zeitpunkt des Investierens für den Anleger an Bedeutung, weil die typischen Marktschwankungen ausgeschlossen werden.

  2. Sie gehen bei der Absicherung einen anderen Weg als viele Wettbewerber, die die Titel im Portfolio einzeln absichern oder auch Short-Selling betreiben? Warum?
    Bohnet:
    Unsere Stärke liegt in der Aktienauswahl. Wir verstehen uns als Investoren, die nach attraktiven Anlagegelegenheiten suchen und gute Geschäftsmodelle finanzieren wollen. Wir spekulieren nicht auf kurzfristige Trends, wir hebeln nicht und betreiben bewusst kein Short-Selling auf einzelne Unternehmen. Selbstverständlich treffen wir auch Firmen, deren Geschäftsmodelle wir anzweifeln, aber diese legen wir einfach beiseite. Wir möchten unsere Zeit für das Finden guter Werte nutzen und nicht gegen schlechte Geschäftsmodelle wetten. Daher verzichten wir auf die Einzeltitelabsicherung, weil Aufwand und Risiko hier höher sind als bei der Absicherung des gesamten Marktes. Unser Ziel ist ein einfaches, transparentes Konzept mit der größtmöglichen Absicherung in schwierigen Phasen für unsere Anleger.

  3. Bei der Auswahl der Einzeltitel haben Sie keine Index-Vorgaben. Doch für die Absicherung brauchen Sie eine Referenz. Wie verhält sich das?
    Kilian Stemberger:
    Natürlich müssen wir den Vergleich mit einem europäischen Aktienindex aushalten. Aus unserer Sicht eignet sich der Stoxx 600 am besten, da er mit 600 Titeln breit aufgestellt ist. Dieser Index ist die Basis unserer Marktabsicherung. Die prozentuale Gewichtung von Sektoren oder einzelner Titel ist aber unerheblich. Wichtig ist für uns eine gewisse Unternehmensgröße, denn das Portfolio soll skalierbar sein. Small Caps kommen für uns also nicht in Frage.

  4. Sie verzichten auch darauf, durch Über- und Untergewichtung einzelner Titel eine bessere Wertentwicklung zu erzielen als der breite Index. Warum?
    Bohnet:
    Vor allem, um ein weiteres Risiko auszuschließen, denn mit einer höheren oder niedrigeren Gewichtung gegenüber einem Index können Sie richtigliegen – oder eben nicht. Bei uns geht es um die reine Aktienauswahl, die dem Index überlegen sein sollte. Darum sind alle Titel in etwa gleich gewichtet, bei täglichem Rebalancing und monatlicher Reallokation des Portfolios. Das heißt auch: Sollte ein Titel die Erwartungen nicht erfüllen, wird er nicht sukzessive reduziert, sondern komplett verkauft.

  5. Wie funktioniert die Absicherung genau?
    Stemberger:
    Wir ermitteln das Beta aller im Portfolio gehaltenen Werte und kaufen eine entsprechende Anzahl an Index-Futures, um eben dieses Beta abzusichern. Zudem prüfen wir täglich, ob die Absicherung ausreicht, und passen sie im Bedarfsfall an. Sie soll ja nicht nur in ruhigen Phasen funktionieren, sondern vor allem dann, wenn es Sektorrotationen gibt oder sich der Markt dreht.

  6. Lockern Sie die Absicherung, wenn sich die Marktaussichten wieder verbessern?
    Bohnet:
    Nein, dieser Versuchung widerstehen wir vehement. Wir behalten unser Konzept der vollständigen Absicherung in jeder Marktphase bei. Ansonsten liefe das auf Timing hinaus, und das würde unser Konzept, das Herausdestillieren der reinen Outperformance, verwässern.

  7. Haben Sie Präferenzen für bestimmte Länder oder Sektoren?
    Stemberger:
    Die DACH-Region, West- und Nordeuropa stehen im Vordergrund. Wir investieren auch in Großbritannien, aber wegen des bevorstehenden Brexits in relativ geringem Ausmaß. Süd- und Osteuropa spielen nur eine untergeordnete Rolle. Bei den Sektoren sind wir flexibel und haben keinerlei Präferenzen –auch nicht in Richtung Value/Growth oder einzelner Faktoren wie Momentum oder Profitablität.

  8. Wie verhält sich Ihr Aktienportfolio vor der Absicherung gegenüber dem Vergleichsindex?
    Stemberger:
    Unser Aktienportfolio resultiert aus der Top-down-Sektorenanalyse und der Bottom-up-Titelauswahl des DJE-Researchteams. Vor der Absicherung liegt der Betafaktor unseres Aktienportfolios gegenüber dem Index um den Wert 1, d.h. es bewegt sich weitgehend ähnlich wie der Markt, aber leicht besser.

  9. Spielt das Timing im Handel eine Rolle?
    Bohnet:
    Nicht mehr und nicht weniger als bei anderen Fonds. Wir setzen die Empfehlungen unserer Analysten um, idealerweise unmittelbar und in vollem Umfang. Das heißt, wir überlegen nicht, wie stark wir eine Position gewichten sollen, weil sich das rechnerisch ergibt. Bei rund 50 Titeln und einem Cash-Puffer von 15 Prozent wird der einzelne Titel mit 1,7 Prozent gewichtet. Insofern sind wir vielleicht etwas schneller als andere Fondsmanager.

  10. Welchen Anteil haben nicht auf Euro lautende Werte, und sichern Sie sie ab?
    Stemberger: Wir wollen das nach der Marktabsicherung verbleibende Währungsrisiko komplett ausschließen. Währungen können für ein zusätzliches Risiko sorgen, das Britische Pfund etwa ist im Zuge der Brexit-Entscheidung um rund zwölf Prozent gefallen. Daher sichern wir alle Werte, die nicht auf Euro lauten, aktuell rund 30 Prozent des Portfolios, durch Devisentermingeschäfte ab.

  11. Welche Kriterien muss ein Titel erfüllen, um für Sie in Frage zu kommen?
    Bohnet: Neben einer ausreichenden Marktkapitalisierung sollte er attraktiv bewertet sein, und wir sollten einen guten Zugang zum Management haben, um das Geschäftsmodell einschätzen und prognostizieren zu können. Der Cashflow sollte stabil und die Verschuldung gering sein. Zudem muss der Titel unseren ESG-Kriterien entsprechen, denn DJE hat die „Prinzipien für verantwortungsvolles Investment“ der UN unterschrieben.

  12. Schränken Sie die ESG-Kriterien in der Aktienauswahl ein? Oder hat das Vorteile?
    Stemberger:
    Die Einschränkungen fallen kaum ins Gewicht. Wenn wir auf einen Titel „verzichten“ müssten, weil er gegen Menschen- und Arbeitsrechte oder den Schutz der Umwelt verstößt, dann ist das kein Verzicht. Wir haben schon immer gewissenhaft investiert und möchten solche Praktiken nicht unterstützen. Doch heute stehen uns für diese Analyse, dank der Zusammenarbeit mit MSCI, viel mehr Daten zur Verfügung.
    Bohnet: Auch unter Risikogesichtspunkten ist das ein Vorteil. Sollte es zu Skandalen oder Umweltschäden kommen, geht der Aktienkurs solcher Titel schnell in die Knie. Es passt zu unserem Fonds, neben den Markt- und Währungsrisiken auch diese Risiken zu vermeiden und nach Möglichkeit allein mit der aktiven Aktienauswahl erfolgreich zu sein.

 

 

Hinweis: Alle veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Langfristige Erfahrungen und Auszeichnungen garantieren keinen Anlageerfolg. Wertpapiere unterliegen marktbedingten Kursschwankungen, die möglicherweise nicht durch das aktive Management des Vermögensverwalters oder des Anlageberaters ausgeglichen werden können. Diese Information kann ein Beratungsgespräch nicht ersetzen. Alle Angaben sind mit Sorgfalt und nach bestem Wissen entsprechend dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung gemacht worden. Trotz aller Sorgfalt können sich die Daten inzwischen verändert haben. Weitere Informationen zu Chancen und Risiken finden Sie auf der Webseite www.dje.de. Der Verkaufsprospekt und weitere Informationen sind in deutscher Sprache kostenlos bei der DJE Investment S.A. oder unter www.dje.de erhältlich. Verwaltungsgesellschaft der Fonds ist die DJE Investment S.A. Vertriebsstelle ist die DJE Kapital AG.