28.01.2020 - Märkte: Corona-Virus

Maerkte-Corona-Virus

Mundschutz anlegen

Der Ausbruch des Corona-Virus könnte der Auslöser für eine länger erwartete technische Korrektur an den Märkten sein. Mit Blick auf das Jahresende bietet ein solcher Rücksetzer aber möglicherweise eine gute Kaufgelegenheit.

Die Märkte sind sehr optimistisch ins Jahr 2020 gestartet. Sie haben sich auch nicht aus der Ruhe bringen lassen, als der des Terrorismus verdächtige iranische General Qassem Soleimani auf Befehl von US-Präsident Donald Trump durch eine Drohne getötet wurde, was einen Krieg hätte verursachen können. Zu groß war die Erleichterung über das vorläufige Ende des US-amerikanisch-chinesischen Handelskonflikts.

Das Corona-Virus ist der nächste Auslöser, der die Stimmung der Märkte und ihre Belastbarkeit testet, und das in einer Zeit, in der die Markttechnik nach oben hin relativ ausgereizt scheint: Die hohen Investitionsquoten, die Put-Call-Ratios und Umfrageindikatoren deuten auf einen starken Optimismus der Marktteilnehmer.

Nun ist angesichts der fundamentalen und monetären Lage der Märkte auf längere Zeit keine Baisse in Sich. Dennoch haben der Ausbruch des Corona-Virus und die epidemieartigen Zustände in der chinesischen Millionenstadt Wuhan das Potenzial, die Stimmung zu belasten und eine technische Korrektur auszulösen.

Das Corona-Virus wird mit der SARS-Epidemie verglichen und – nicht nur – in China sehr ernst genommen. In der zentralchinesischen Provinz Hubei mit ihrer Millionenmetropole Wuhan wurden rund 56 Millionen Menschen quasi unter Quarantäne gestellt. Bis heute zählt man dort 4.500 Krankheitsfälle, und die Zahl der Todesopfer stieg auf über 100 Personen. Die Einwohner Wuhans dürfen das Stadtgebiet nicht mehr verlassen und sind aufgefordert, nach Möglichkeit zu Hause zu bleiben. Anscheinend sieht man größere medizinische Probleme, die diese Maßnahmen rechtfertigen.

Es ist gut möglich, dass die Märkte in den kommenden Wochen auf Krisenmodus schalten und mit Problemen für die internationalen Transportwege und die Sektoren Reisen & Freizeit und Logistik rechnen. Da China der größte Abnehmer von Rohöl und Metallen ist, dürfte der Preis dieser Rohstoffe fürs erste zurückgehen. Wenn die Binnenkonjunktur Chinas auf Sparflamme geht, wird auch der Rest der Welt die Folgen der Epidemie spüren, etwa mit negativen Folgen für die exportorientierte Konsum- und Luxusgüterindustrie Europas oder für Automobilhersteller.

Auf der anderen Seite dürfte Gold – wie so oft in Krisen – als sicherer Hafen gefragt sein. Weiterhin hat sich bereits der Trend bei hochwertigen Staatsanleihen gedreht: Die Renditen fallen erneut, was für eine wachsende Risikoscheu an den Märkte spricht.

Wenn der Corona-Virus eine technische Korrektur auslöst, so dürfte sie aller Voraussicht nach nicht von langer Dauer sein. Gelingt es dagegen nicht, den Virus zu besiegen, könnte ein Rücksetzer schwerwiegender sein und länger anhalten als erwartet. Allerdings: Die chinesische Regierung setzt alles daran, die Krankheit mit medizinischen Mitteln in den Griff zu bekommen und die weitere Ausbreitung zu verhindern. Und sie könnte mit fiskalischen und/oder geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen reagieren, wenn die chinesische Binnenkonjunktur zu stark belastet wird. Mit etwas Verzögerung dürften die Börsen davon auch profitieren.

 

 

 

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