14.08.2018 - Märkte: Ernteausfälle

Maerkte-Ernteausfaelle

Knappes Gut: Weizen, Fleisch und Zuckerrüben

Von Jörg Dehning

Die Prognosen für die Weizenernte fallen und fallen, Futtermittel wird knapp, Lebensmittel werden teurer - und trotzdem könnte Fleisch erst einmal günstiger werden. Die kurz- und mittelfristigen Auswirkungen der aktuellen Hitzewelle kommentiert Jörg Dehning, Fondsmanager des DJE – Agrar & Ernährung

Schwere Zeiten für Weizen- und Zuckerrübenproduzenten
Die aktuelle Hitzewelle in Europa hat zweifelsohne spürbare Auswirkungen für die Bauern. Die Prognosen für die europäische Weizenproduktion fallen von Woche zu Woche. Gleichzeitig steigt der europäische Preis für Weizen deutlich an. Davon werden natürlich aber nur Landwirte profitieren, deren Ernte noch nicht frühzeitig kontrahiert wurde und deren Anbaugebiete nicht in den besonders trockenen Nordregionen liegen. Kritisch könnte es für die Zuckerrübenbauern werden, die gleichzeitig mit extrem niedrigen Weltmarktpreisen konfrontiert sind.

Futtermittel werden knapp
Besonders schwierige Zeiten dürften zudem für die Tierhalter anbrechen. Das nötige Futter wird knapp und teuer, die Erlöse sind aber sehr niedrig. Öko-Bauern müssen gar teils auf konventionelles Futter zurückgreifen. Hierfür sind aus meiner Sicht jedoch dringend entsprechende Ausnahmegenehmigungen erforderlich. Vereinzelt werden deshalb auch schon Tiere geschlachtet, damit für die restliche Herde das Futter reicht.

Steigende Preise im Lebensmittelhandel
Letztlich wird dies auch der Verbraucher merken. Dabei könnten die Preise für Fleisch aufgrund der höheren Schlachtvolumen interessanterweise kurzfristig sogar fallen. Dies gilt aber nur kurzfristig. Milch müsste dagegen etwas teurer werden, weil bei der Hitze die produzierte Milchmenge sinkt und das Futter teurer wird. Generell rechne ich mit einem Anziehen der Preise im Lebensmittelhandel.

Rabatte dürften nachlassen
Auch für die Aktienauswahl im DJE - Agrar & Ernährung wird vor diesem Hintergrund das Segment „Lebensmittelhandel“ interessanter. Zumindest dürfte kurzfristig der Preiswettbewerb im ansonsten von Rabatten geprägten Handel erfreulicherweise etwas nachlassen. Im Landtechnikbereich wäre ich angesichts der zu erwartenden Sentiment-Eintrübung bei den Landwirten dagegen mit Neuinvestments eher vorsichtig. Allenfalls den Anbietern von Bewässerungsanlagen könnte die andauernde Hitzewelle eine gewisse Sonderkonjunktur bescheren.

Ernteprognosen in den USA deutlich besser
Zu guter Letzt sollte man nicht vergessen, dass die Ernteprognosen für den nordamerikanischen Kontinent deutlich besser aussehen. Sprich, auf globaler Ebene werden die Erntedefizite mit Ausnahme von Weizen nicht so eklatant ausfallen wie in Europa. Umso mehr wird es in den kommenden Monaten auf den internationalen Handelsaustausch von Agrargütern ankommen.

Zum Fondsprofil: DJE - Agrar & Ernährung

Risiken:

  • Länder- und Bonitätsrisiken der Emittenten

  • Erhöhte Kursschwankungen durch Fokussierung des Risikos auf spezifische Branchen

  • Aktienkurse können marktbedingt relativ stark schwanken

  • Preisrisiken bei Anleihen, insbesondere bei steigenden Zinsen am Kapitalmarkt

 

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