07.05.2020 - Märkte: Marktkommentar April 2020

Maerkte-Marktkommentar-April-2020

Erleichterungs-Rally

Die Aktienmärkte konnten im April einen Teil der Verluste aus dem Vormonat wieder aufholen. Die Investoren reagierten mit Erleichterung auf die rückläufigen Corona-Neuinfektionen und die allmähliche Lockerung der Einschränkungen für Menschen und Handel in China, Europa und den USA. Zudem unterstützte die sehr expansive Geld- und Fiskalpolitik der Regierungen und großen Notenbanken die Märkte.

Die Aktienmärkte konnten im April einen Teil der Verluste aus dem Vormonat wieder aufholen. Der deutsche Aktienindex legte um 9,32% zu, und der breite europäische Index Stoxx Europe 600 kam um 6,24% voran. Der US-amerikanische Index S&P 500 stieg um 13,03%, und in Asien machte der Hang-Seng-Index (Hongkong) 5,60% gut. Weltweit stiegen Aktien, gemessen am MSCI World, um 11,15% – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Mit einer gewissen Erleichterung reagierten die Aktienmärkte auf die sinkenden Zahlen von Corona-Neuinfektionen und die allmähliche Lockerung der Einschränkungen für Menschen und den Handel in China, Europa und den USA. Für Hoffnung sorgte zudem die erfolgreiche Anwendung des Ebola-Medikaments „Remdesivir“ bei Corona-Patienten.

Die weiterhin sehr expansive Geldpolitik der großen Notenbanken hatte ebenfalls positiven Einfluss auf die Aktienmärkte. In den USA kündigte die Federal Reserve Bank (Fed) nach dem Anleihekaufprogramm aus dem Vormonat ein zusätzliches Rettungspaket im Volumen von 2.300 Mrd. US-Dollar an. Das Geld soll zur Unterstützung von mittelständischen Unternehmen, Gemeinden und Bundesstaaten dienen. Außerdem gab die Fed an, von nun an auch ETFs auf Unternehmensanleihen mit schlechter Bonität zu kaufen. Einen ähnlichen Schritt machte die Europäische Zentralbank mit ihrer Ankündigung, auch Unternehmensanleihen auch von Emittenten als Sicherheit zu akzeptieren, die erst vor kurzem ihr Investment-Grade-Rating verloren haben. In China senkte die Bank of China ihren einjährigen Leitzins um 20 Basispunkte auf 3,85%, und die japanische Notenbank erklärte ihre Bereitschaft, unbegrenzt Staatsanleihen sowie verstärkt auch Unternehmensanleihen aufkaufen zu wollen.

Parallel zu den Notenbanken setzten auch die Regierungen in Europa und den USA ihre expansive Fiskalpolitik fort. So beschloss die EU ein Maßnahmenpaket von 500 Mrd. Euro u.a. für Kurzarbeitergeld, und in den USA wurde das 2.000 Mrd. USD schwere Rettungspaket aus dem Vormonat um 484 Mrd. US-Dollar erweitert.

Diese Schritte führten trotz der Rally an den Aktienmärkten zu sinkenden Renditen an den Rentenmärkten. 10-jährige deutsche Bundesanleihen rentierten mit -0,58% elf Basispunkte niedriger als im Vormonat. Die Rendite ihrer US-amerikanischen Pendants ging von 0,67% auf 0,64% zurück. Stärker fiel der Renditerückgang bei hochverzinslichen Unternehmensanleihen aus, vor allem in Europa. Dort fiel die Rendite dieser Papiere um 262 Basispunkte auf 6,92%, während der Rendite hochverzinslicher US-Unternehmensanleihen auf 8,05% bzw. um 139 Basispunkte zurückging.

Zum ersten Mal in der Geschichte wurde ein negativer Ölpreis (für die Sorte WTI) notiert, weil der Bedarf stark zurückging und es weltweit kaum noch Lagerkapazitäten gab. Zum Monatsende betrug der Ölpreis 19 US-Dollar (WTI) und 26 US-Dollar (Brent) pro Fass. Gold verteuerte sich weiter und stieg im Monatsverlauf von 1.602 auf 1.705 US-Dollar pro Feinunze.

Während die Aktienmärkte stiegen, brach die Mehrzahl der Konjunkturindikatoren in Europa und den USA ein. Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 86,1 auf 74,4 Punkte und lag damit noch deutlich unter dem Niveau der Finanzkrise von 2008. Die Einkaufsmanagerindizes, die ab einem Wert von 50 Punkten auf eine expansive Wirtschaftstätigkeit deuten, fielen für die Industrie in Deutschland um 11 Punkte auf 34,4 und für Dienstleistungen um 15,8 Punkte auf einen Stand von 15,9. Im Euroraum stürzten die Einkaufsmanagerindizes auf Werte von 33,6 (Industrie) und 11,7 (Dienstleistungen). In den USA verlief die Entwicklung ähnlich. Die Wirtschaftsleistung im Euroraum schrumpfte im ersten Quartal um voraussichtlich -3,80% und in den USA um -4,80% gegenüber dem ersten Quartal 2019.

Auch in China brach die Wirtschaft um -6,80% gegenüber dem Vorjahresquartal ein. Doch von dort kamen auch zuversichtliche Signale: Der Caixin-Einkaufsmanagerindex für die Industrie sprang von 40,3 auf 50,1 Punkte. Außerdem schrumpften Industrieproduktion, Exporte und Importe, allerdings in erheblich geringerem Maße als von den Investoren befürchtet.

 

 

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