04.09.2020 - Märkte: Monatskommentar August

Maerkte-Monatskommentar-August

Aufholjagd und Rückenwind

Vor dem Hintergrund steigender Corona-Neuinfektionen übertrafen die Quartalsgewinne vieler Unternehmen, vor allem in den USA, die niedrigen Erwartungen deutlich. Außerdem verbesserten sich in Deutschland, den USA und China verschiedene Konjunkturdaten, und die US-Notenbank unterstützte die Aktienmärkte zusätzlich durch einen Strategiewechsel gegenüber ihrem Inflationsziel von 2%.

Die Aktienmärkte legten im August mit wenigen Ausnahmen (u.a. Brasilien) zu. Der deutsche Aktienindex DAX stieg um 5,13%, und der breite europäische Index Stoxx Europe 600 konnte um 2,86% zulegen. In den USA gewann der S&P-500-Index 5,64% hinzu, während der Hang-Seng-Index (Hongkong) seinen Wert um moderate 1,05% steigerte. Der weltweite Aktienindex MSCI World stieg um 5,17% und erreichte ein Allzeithoch – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Ein Grund für diese freundliche Tendenz waren die berichteten Quartalsgewinne, vor allem in den USA und zum Teil auch in Deutschland. Die Unternehmen im S&P 500 übertrafen die coronabedingt niedrigen Erwartungen um rund 23%. Im August entwickelten sich auch einige Konjunkturdaten besser als erwartet. In Deutschland legte der Einkaufsmanagerindex für die Industrie um zwei Punkte auf 53,0 zu und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Jahren. Sein Pendant für Dienstleistungen fiel jedoch von 55,6 auf 50,8. Die Stimmung unter den Unternehmen besserte sich den vierten Monat in Folge, gemessen am ifo-Geschäftsklima-Index, der von 90,4 auf 92,6 Punkte stieg, und am ZEW-Konjunkturindex, der von 59,3 auf 71,5 (das höchste Niveau seit 2004) kletterte. Auch die Auftragseingänge, die Industrieproduktion und die Exporte legten gegenüber dem Vormonat deutlich zu, blieben aber noch unter den Vorjahreswerten.

In den USA stiegen die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie von 50,9 auf 53,9 und für Dienstleistungen von 57,1 auf 58,1 und deuteten damit klar auf eine expansive Wirtschaft hin. Die Arbeitslosenquote sank weiter von 11,1% auf 10,2%, und die Einzelhandelsumsätze sowie die Konsumausgaben legten erneut gegenüber dem Vormonat zu. Zudem unterstützte der Strategiewechsel der US-Notenbank die Aktienmärkte: Statt bereits im Vorfeld Inflationsgefahren proaktiv einzudämmen, strebt die Fed künftig nur noch ein durchschnittliches Inflationsziel von 2% an und wird damit die Inflation auch über diese Marke steigen lassen, bevor sie reagiert. Dies ist eine Abkehr von der bisherigen monetären Strategie und stellt eine weitere Lockerung der Geldpolitik dar.

Positiv für die Aktienmärkte waren auch die Aussagen verantwortlicher Politiker in den USA und China, am Handelsabkommen (Phase 1) vom Jahresbeginn festhalten zu wollen. In China tendierten wichtige Konjunkturdaten fester. Die Industrieproduktion und die Exporte legten um 4,8% bzw. 7,2% gegenüber dem Vorjahr zu, und die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen (offiziell) und Industrie (Caixin) verbesserten sich.

Auf der anderen Seite gab es belastende Faktoren für die Aktienmärkte: Weltweit stiegen die Zahlen der Corona-Neuinfektionen wieder an, so dass verschiedentlich ein zweiter Lockdown diskutiert wurde. Die starken Einbrüche der deutschen und der US-amerikanischen Wirtschaft (-10,1% bzw. -32,9%) im zweiten Quartal wurden nur marginal auf -9,7% bzw. -31,7% nach oben korrigiert, und die Wirtschaft Großbritanniens schrumpfte im zweiten Quartal um -20,4%. Im Euroraum enttäuschten die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie und für Dienstleistungen mit rückläufigen Werten. Außerdem irritierten erneute wirtschaftliche Spannungen zwischen den USA und China um zwei chinesische Unternehmen aus den Bereichen Internet/Social Media und Kommunikation die Marktteilnehmer.

Die Rentenmärkte konnten von diesen die Aktienmärkte belastenden Faktoren nicht profitieren. Die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen stiegen in Deutschland von -0,52% auf -0,40% und in den USA von 0,55% auf 0,71%. Der Ölpreis erholte sich leicht und stieg um 2 auf 45 US-Dollar pro Fass. Der Goldpreis dagegen ging angesichts der steigenden Risikobereitschaft der Investoren von 1.975 auf 1.968 US-Dollar pro Feinunze zurück, nachdem er zwischenzeitlich neue Hochs markierte.

 

 

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