04.09.2019 - Märkte: Monatskommentar August

Maerkte-Monatskommentar-August

Der Handelskonflikt sorgt für Bremsspuren

Im August eskalierte der Handelskonflikt zwischen den USA und China erneut und sorgte für Bremsspuren bei den Konjunkturindikatoren. Die Renten-Rally setzte sich unterdessen fort und Gold verteuerte sich.

Im August konsolidierten die Aktienmärkte bis auf wenige Ausnahmen (Dänemark, Kanada und Mexiko). Der deutsche Aktienindex DAX sank um -2,05%, der europäische Aktienindex Stoxx Europe 600 um -1,63%. In den USA wies der S&P-500-Index mit -0,56% ein moderates Minus aus, und asiatische Aktienwerte verloren, gemessen am Hang-Seng-Index (Hongkong) -6,37%. Der weltweite Aktienindex MSCI World ging nur leicht um -1,00% zurück – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China kochte im August wieder hoch: US-Präsident Donald Trump überraschte mit der Einführung eines Zolls von 10% auf bisher nicht betroffene chinesische Waren in Höhe von ca. 300 Mrd. US-Dollar Importvolumen ab September. China reagierte darauf mit einem vorläufigen Importstopp für US-Agrarprodukte und ließ eine Abwertung des Yuan um 4% auf knapp über 7 US-Dollar zu – der höchste Monatsverlust seit 25 Jahren. Die USA bezichtigten China daraufhin der Währungsmanipulation, verschoben jedoch die Einführung des 10%-Zolls für verschiedene Warengruppen auf Dezember. China klagte die USA dagegen an, die Unruhen in Hongkong zu unterstützen und kündigte höhere Zölle auf US-Waren in Höhe von 75 Mrd. US-Dollar an, was wiederum die USA veranlasste, ihrerseits die Importzölle zu erhöhen. Erst Ende August gab es mit der Ankündigung neuer Gespräche ein Entspannungssignal.

Der Handelskonflikt sorgte auch für Bremsspuren bei den Konjunkturindikatoren: In den USA fiel der Einkaufsmanagerindex zum ersten Mal seit 2009 unter die Marke von 50, was auf eine Kontraktion der Wirtschaft hindeutet. Auch das Verbrauchervertrauen und die Industrieproduktion gingen zurück. In China schrumpften die Industrieproduktion, die Importe und die Einzelhandelsumsätze. Allerdings konnte der Caixin-Einkaufsmanagerindex leicht auf 49,9 Punkte zulegen.

In Europa stand der Brexit-Kurs der britischen Regierung im Vordergrund. Premierminister Boris Johnson steuert auf einen harten Brexit am 31. Oktober zu. Nachverhandlungen des Brexit-Abkommens lehnte die EU ab, und Johnson verordnete dem britischen Parlament eine Sitzungspause von fünf Wochen bis Mitte Oktober – die längste seit 1945 –, um eventuelle Querschläger von Brexit-Gegnern und Gegnern eines harten Brexits möglichst zu unterbinden. Die britische Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal um 0,2%.

Die deutsche Wirtschaft litt unter den Belastungen seiner größten Handelspartner China (1.), USA (3.) und Großbritannien (5.) und ging im zweiten Quartal um 0,1% zurück, vor allem aufgrund der schwachen Exporte, die um 8,0% unter den Vorjahresergebnissen lagen. Ebenso ging die Industrieproduktion zurück, und der ifo-Geschäftsklimaindex erreichte mit 94,3 den tiefsten Stand seit sieben Jahren. Allerdings stiegen die Auftragseingänge, und auch die Einkaufsmanagerindizes Deutschlands und des Euroraums konnten sich leicht auf 43,6 bzw. 47 Punkte verbessern.

Die konjunkturellen Sorgen und die schwachen Aktienmärkte sorgten auf den Rentenmärkten für eine Fortsetzung der Rally. Die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen sank im August von -0,44% auf -0,70% und erreichte zwischenzeitlich ein Allzeittief von -0,73%. In den USA rentierten zweijährige US-Staatsanleihen erstmals seit 2007 höher als 10-jährige Papiere. Fallende Renditen ließen den Goldpreis weiter steigen. Das Edelmetall war als sicherer Hafen gesucht und stieg von 1.428 auf 1.529 US-Dollar pro Feinunze.

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