09.01.2019 - Märkte: Monatskommentar Dezember

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Roter Dezember

Im Dezember 2018 korrigierten die Aktienmärkte weltweit deutlich und verzeichneten überwiegend tief rote Zahlen, obwohl die Märkte am ersten Tag des Monats noch einen Sprung nach oben machten, als es kurzzeitig nach einer Annäherung im Handelsstreit aussah. Der deutsche Aktienindex DAX gab um -6,20% nach und entwickelte sich damit etwas schwächer als europäische Aktien, die, gemessen am Stoxx Europe 600, -5,55% verloren. Zweistellige Verluste hatten US-Aktien zu verkraften: Der S&P-500-Index sackte um -10,26% ab und erlebte damit den schlechtesten Dezember seit vielen Jahrzehnten. Im Vergleich dazu erlitten Aktien in Asien mit -3,75%, gemessen am Hang-Seng-Index (Hongkong), vergleichsweise geringe Verluste. Der weltweite Aktienindex MSCI World verlor im Dezember -8,82% – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Eine Kombination vieler Faktoren kulminierte in diesem breiten Ausverkauf. In Europa gingen Frühindikatoren wie der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex und der Einkaufsmanagerindex für den Euroraum erneut zurück. Letzterer erreichte ein Vier-Jahres-Tief, zum einen weil der Index für Frankreich einbrach. Dort mobilisierte die Protestbewegung der „Gelben Westen“ Großdemonstrationen in Paris und anderen Städten und brachte Präsident Macron dazu, eine geplante Steuererhöhung auf Benzin (den Auslöser der Bewegung) zurückzunehmen und weitere Steuersenkungen und höhere Mindestlöhne in Aussicht zu stellen. Zum anderen gingen die Autoverkäufe europaweit um rund 8% gegenüber dem Vorjahr zurück, was eine der Schlüsselindustrien in Deutschland und Frankreich belastete.

Zudem verunsicherte ein nach wie vor möglicher ungeordneter Brexit die Investoren. Zwar konnten sich die britische Regierung und die EU auf einen Austrittsvertrag einigen, doch die britische Premierministerin May verschob die Abstimmung in den Januar 2019, nachdem sich eine Ablehnung im Unterhaus abgezeichnet und May ein innerparteiliches Misstrauensvotum zu überstehen hatte. Die Europäische Zentralbank wiederum bestätigte wie erwartet das Ende ihres Anleihenkaufprogramms und kürzte ihre Wachstumsprognosen.

In den USA erhöhte die US-Notenbank (Fed) die Leitzinsen wie angekündigt um 25 Basispunkte auf eine Spanne von 2,25% bis 2,50%. Doch anstatt bereits angekündigte Leitzinserhöhungen in der Schwebe zu lassen bzw. abzusagen, deutete die US-Notenbank entgegen den Erwartungen vieler Marktteilnehmer zwei weitere Leitzinsanhebungen für 2019 an. Konjunkturell lief die US-Wirtschaft, was sich an guten Kennzahlen ablesen ließ: einer niedrigen Arbeitslosenquote, höheren Löhnen, einem steigenden Einkaufsmanagerindex, wachsenden Auftragseingängen, stärkeren Einzelhandelsumsätzen und einer zulegenden Industrieproduktion.

Allerdings erreichte das Handelsbilanzdefizit der USA ein 10-Jahres-Hoch. Zudem verfügte US-Präsident Trump die Schließung einiger US-Regierungsbehörden, um seine Gegner im Repräsentantenhaus zur Zustimmung und Finanzierung der im Wahlkampf angekündigten Mauer an der mexikanischen Grenze zu bringen. Im Handelskonflikt mit China gab es im Dezember Signale der Entspannung, doch die Verhaftung des Finanzvorstands des chinesischen Mobiltelefonanbieters Huawei in Vancouver löste neue Ängste an den Märkten aus. Schließlich verflachte in den USA die Zinsstrukturkurve weiter: Die Rendite zweijähriger US-Staatsanleihen überstieg erstmals seit Dezember 2008 wieder die Rendite ihrer fünfjährigen Pendants, was an den Märkten als Warnsignal und Vorbote einer Rezession aufgefasst wurde.

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