05.03.2018 - Märkte: Monatskommentar Februar 2018

Maerkte-Monatskommentar-Februar-2018

Nach fast 15 Monaten weitgehend ohne nennenswerte Korrektur knickten die meisten Aktienmärkte im Februar ein und setzten ihre Ende Januar begonnene Verlustserie fort. Der DAX gab mit -5,7% stärker nach als europäische Aktien, die gemessen am Stoxx 600 um -4,0% einbüßten. In den USA verlor der S&P 500 -2,3%, und der Hang Seng Index aus Hongkong ging um -4,7% zurück. Von den großen Indizes konnte allein der japanische Topix ein Plus von 0,3% ausweisen. Der weltweite Aktienindex MSCI World gab um -2,7% nach – alle Indexangaben auf Euro-Basis.

Auslöser der Marktkorrektur waren u.a. die US-Arbeitsmarktdaten von Anfang Februar. Sie belegten eine ungebrochene Beschäftigungsdynamik und mit einem Plus von 2,9% gegenüber dem Vorjahr relativ stark gestiegene Löhne. Ein enger werdender Arbeitsmarkt könnte die Löhne weiter ansteigen lassen und die Teuerung innerhalb von zwölf Monaten auf das Inflationsziel der US-Notenbank von 2% drücken. Damit hat aus Sicht der Marktteilnehmer das Risiko zugenommen, dass die Geldpolitik möglicherweise noch restriktiver wird als angenommen.

Ungewöhnlich war, dass zugleich auch die Anleiherenditen in den USA und Deutschland gestiegen sind. Zum Beispiel werden erstmals seit Sommer 2015 fünfjährige deutsche Staatsanleihen wieder mit einem positiven Kupon, im Durchschnitt +0,08%, emittiert. Die höheren Inflationserwartungen und eine eventuell steilere Anhebung der US-Leitzinsen haben bei vielen Marktteilnehmern also überwogen: Sie haben Aktien verkauft, obwohl diese bei steigenden Anleiherenditen als „sicherer Hafen“ gelten. Zudem weiteten sich die Risikoaufschläge für Anleihen aus den EU-Peripherieländern nicht aus, die in den vergangenen Jahren als Indikator für die allgemeine Risikoneigung im Markt galten. Die Kurskorrektur betrifft also vor allem die Aktienmärkte. In den USA kam es Anfang Februar zu einem Kursrutsch von über 1.000 Punkten, einem der größten Tagesverluste seit Bestehen des Index. Es spricht viel dafür, dass ihn Volatilitätsspekulationen spürbar beschleunigt haben. Verschiedene ETFs, die Volatilitätsindizes nachbilden, mussten in der Folge schließen.

Zyklische Sektoren hielten sich im Monatsverlauf besser als defensive Sektoren, da die Märkte keinen konjunkturellen Einbruch fürchteten, sondern steigende Renditen. Dafür sprechen auch die volkswirtschaftlichen Daten zu beiden Seiten des Atlantiks. Die deutsche Wirtschaft wuchs 2017 um 2,9%, das wirtschaftliche Umfeld in Europa ist weiterhin expansiv mit hohen Werten für Geschäftsklima- und Einkaufsmanagerindizes sowie für das Verbrauchervertrauen, das in den USA sogar so hoch ausfiel wie zuletzt im Jahr 2000. In China ging der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes um mehr als einen Punkt auf 50,3 relativ stark zurück. Hier machten sich vor allem härtere Umweltauflagen bemerkbar. Außerdem reagierte das Handelsministerium ähnlich wie die EU und kündigte mögliche Gegenmaßnahmen an, falls die USA Importzölle auf Stahl und Aluminium erheben sollten.

 

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