07.07.2020 - Märkte: Monatskommentar Juni 2020

Maerkte-Monatskommentar-Juni-2020

Frühindikatoren erholen sich

Im Juni verbesserten sich einige vorlaufende Indikatoren wie Geschäftsklima, Konsumentenvertrauen und Einkaufsmanagerindizes, und das vor allem in Europa, aber auch in den USA und China. So ermutigend diese Zahlen ausfielen, die „harten“ Konjunkturdaten wie Industrieproduktion, Exporte und Auftragseingänge gingen wie im Vormonat deutlich zurück.

Die Aktienmärkte kamen im Juni gut voran. Der deutsche Aktienindex legte mit 6,25% deutlich stärker zu als der breite europäische Index Stoxx Europe 600 mit 2,85%. In den USA stieg der S&P 500 mit 0,53% nur moderat, in Asien dagegen gewann der Hang-Seng-Index (Hongkong) 5,03% hinzu. Aktien weltweit stiegen, gemessen am MSCI World, um 1,19% - alle Angaben auf Euro-Basis.

Die gute Entwicklung der Aktienmärkte ist vor allem auf die Erholung wichtiger Frühindikatoren zurückzuführen. In Deutschland verbesserten sich die Einkaufsmanagerindizes für die Industrie (+8 auf 44,6) und den Dienstleistungssektor (+13,2 auf 45,8) deutlich. Ähnlich positiv entwickelten sich die Einkaufsmanagerindizes im Euroraum. Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex erholte sich ebenfalls von 79,7 auf 86,2 Zähler (etwa das Niveau von Oktober 2008 nach Ausbruch der Finanzkrise). Auch in den USA erholten sich die ISM-Einkaufsmanagerindizes auf 43,1 für die Industrie und auf 45,4 für Dienstleistungen, doch die Sprünge waren nicht so ausgeprägt wie in Europa.

Dagegen überraschten die USA mit ihren Arbeitsmarktdaten positiv. Da die US-Wirtschaft 2,5 Mio. Stellen schuf statt wie erwartet 8 Mio. Stellen abbaute, sank die Arbeitslosenquote leicht von 14,7% auf 13,3%. Der Markt hatte mit knapp 20% gerechnet. Trotz der Corona-bedingt hohen Arbeitslosenquote stiegen die Konsumausgaben in den USA gegenüber dem Vormonat um 8,2%, und das Verbrauchervertrauen verbesserte sich von 85,9 auf 98,1 Punkte.

Unterstützung erhielten die Aktienmärkte auch von den Notenbanken und einigen Regierungen. So verabschiedete die deutsche Regierung ein neues 130 Mrd. Euro schweres Rettungspaket und senkte die Mehrwertsteuer bis Jahresende von 19% auf 16%. Die Europäische Zentralbank wiederum erhöhte das Volumen ihres Anleihenkaufprogramms um 600 auf 1.350 Mrd. Euro und verlängerte dessen Laufzeit bis Juni 2021. Zugleich reduzierte die EZB ihre Wachstumsprognose 2020 für den Euroraum auf -8,7% und rechnete mit einer weiter sinkenden Inflationsrate von aktuell 0,8% auf 0,3% gegenüber dem Vorjahr.

Die US-Notenbank (Fed) kündigte an, die Leitzinsen mindestens bis 2022 bei 0% zu belassen und weiterhin monatlich US-Staats- und -Hypothekenanleihen im Volumen von 80 bzw. 40 Mrd. US-Dollar zu kaufen. Auch die Fed rechnete mit einem Wachstumseinbruch und ging für 2020 von einem Rückgang der US-Wirtschaft um -6,5% gegenüber dem Vorjahr aus. Die US-Regierung diskutierte eine neue fiskalpolitische Stützmaßnahme in Höhe von 1.000 Mrd. US-Dollar, und unter den Marktteilnehmern zirkulierte ein Plan für ein mögliches großangelegtes US-Infrastrukturprogramm in der gleichen Höhe.

So ermutigend die Frühindikatoren ausfielen, die „harten“ Konjunkturdaten belasteten die Aktienmärkte. In Deutschland fiel die Industrieproduktion um -18%, und die Auftragseingänge für die Industrie sowie der Export brachen mit einem Minus von -26% bzw. -24% ein – jeweils gegenüber dem Vormonat. Auch die Arbeitslosenrate stieg, wenn auch nicht so explosionsartig wie in den USA, von 5,8% auf 6,3%. Anders als noch im Vormonat belastete auch die Corona-Entwicklung die Märkte, vor allem in den USA, die Ende Juni an einem Tag 45.000 Neuinfektionen meldeten.

Die Rentenmärkte entwickelten sich im Juni weitgehend seitwärts. Die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen sank leicht von -0,40% auf -0,45%, während ihre US-amerikanischen Pendants nach einem zwischenzeitlichen Anstieg mit 0,65% nahezu stabil blieben. Der Ölpreis (Brent) stieg von 34 auf 42 US-Dollar pro Fass, und die Feinunze Gold verteuerte sich weiter von 1.732 auf 1.784 US-Dollar.

 

 

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