Das Wichtigste zu Aktien

Eine Aktie ist ein Unternehmensanteil. Mit dem Kauf werden Sie Miteigentümerin oder Miteigentümer einer Aktiengesellschaft.

Die Rendite stammt aus zwei Quellen: aus Kursgewinnen und aus Dividenden – garantiert ist keine von beiden.

Chancen und Risiken gehören zusammen. Aktien bieten langfristig attraktive Renditechancen, unterliegen aber Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust bei einer Insolvenz.

Was sind Aktien?

Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft (AG) verbrieft. Gibt ein Unternehmen Aktien aus, beschafft es sich damit Eigenkapital – für Investitionen, Wachstum oder die Weiterentwicklung des Geschäfts. Wer diese Aktien kauft, stellt dem Unternehmen Kapital zur Verfügung und wird im Gegenzug zur Anteilseignerin oder zum Anteilseigner.

 

Für Sie als Anlegerin oder Anleger bedeutet das: Sie sind nicht bloß Investor, sondern rechtlich an einem realen Unternehmen beteiligt. Je nach Aktienart sind damit bestimmte Rechte verbunden – etwa ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung oder ein möglicher Anspruch auf Dividenden.

 

Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen Unternehmensanteil und Aktienkurs: Ihr Anteil am Unternehmen bleibt gleich, egal was der Markt macht. Der Kurs – also der Preis, zu dem die Aktie gehandelt wird – kann hingegen täglich steigen oder fallen.

Lohnt sich ein Investment in Aktien?

Ob sich Aktien „lohnen“, lässt sich nicht pauschal beantworten – die Frage hängt immer von der individuellen Situation ab. Aus rein informativer Sicht lassen sich aber einige sachliche Beobachtungen festhalten.

Quelle: Deutsches Aktieninstitut, Stand: 20.01.2026

Für viele Anleger lautet die Frage daher nicht, ob Aktien sinnvoll sind, sondern wie sie sich in die persönliche Anlagestrategie einbinden lassen.

Wie funktionieren Aktien?

Die Idee hinter Aktien ist einfach: Unternehmen brauchen Kapital, Anlegerinnen und Anleger suchen Renditechancen. Als Form der Geldanlage bringen Aktien beide Seiten zusammen.

Wie kommen Aktien an die Börse?

Um Eigenkapital aufzunehmen, kann eine Aktiengesellschaft Aktien ausgeben und an die Börse bringen. Das so eingesammelte Geld fließt etwa in neue Standorte, Forschung, Maschinen, Digitalisierung oder die internationale Expansion. Im Gegenzug geben die Gründer und bisherigen Eigentümer einen Teil des Unternehmens an die neuen Aktionärinnen und Aktionäre ab.

Wie werden Aktien gehandelt?

Ist eine Aktie an der Börse notiert, lässt sie sich dort kaufen und verkaufen. Käufer und Verkäufer treffen an Börsenplätzen wie der Frankfurter Wertpapierbörse oder über elektronische Handelssysteme wie Xetra aufeinander.

 

Der Aktienkurs entsteht dabei durch Angebot und Nachfrage. Alle Kauf- und Verkaufsaufträge laufen an der Börse in einem sogenannten Orderbuch zusammen. Treffen Kauf- und Verkaufsseite zu einem Preis aufeinander, kommt der Handel zustande und der Kurs wird aktualisiert:

 

  • Steigt die Nachfrage nach einer Aktie, tendiert der Kurs nach oben.

  • Überwiegt das Verkaufsangebot, gerät der Kurs unter Druck.

Wie entsteht die Rendite bei Aktien?

Bei Aktien speist sich die Rendite aus zwei Quellen:

 

  1. Kursgewinne: Verkaufen Sie eine Aktie später teurer, als Sie sie gekauft haben, erzielen Sie einen Kursgewinn.

  2. Dividenden: Viele – aber nicht alle – Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns an die Aktionärinnen und Aktionäre aus. Wer dieses Thema vertiefen möchte, findet mehr dazu im Beitrag zu Dividendenaktien.

Wichtig zu wissen: Kurs ist nicht gleich Rendite

"Kurs ist nicht gleich Rendite. Eine Aktie kann stark schwanken, ohne je eine Dividende zu zahlen. Umgekehrt kann ein Unternehmen ausschütten, auch wenn der Kurs zwischenzeitlich nachgibt."

Wichtig zu wissen

Welche Rechte haben Aktionärinnen und Aktionäre?

Mit dem Kauf einer Aktie erwerben Sie – je nach Aktienart – mehr als einen Kursanspruch. Zu den wichtigsten Rechten zählen:

Rechte von Aktionären

Informationsrechte

Börsennotierte Unternehmen müssen regelmäßig über ihre Geschäftsentwicklung berichten

Beteiligung am Unternehmenserfolg

über mögliche Dividenden

Stimmrecht auf der Hauptversammlung

vor allem bei Stammaktien

Im Alltag privater Anlegerinnen und Anleger spielt das Stimmrecht meist eine kleinere Rolle als die wirtschaftliche Beteiligung. Es macht aber deutlich, was eine Aktie im Kern ist: kein abstrakter Kurszettel, sondern ein echter Anteil an einem Unternehmen.

Welche Arten von Aktien gibt es?

Aktie ist nicht gleich Aktie. Unterschieden wird vor allem nach der Mitbestimmung, nach der Übertragbarkeit sowie nach der Beteiligung am Grundkapital.

Aktienarten pt 2

Stammaktie

Die Stammaktie ist die klassische Aktie mit voller Mitbestimmung. Sie gewährt in der Regel ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung und einen Anspruch auf mögliche Dividenden.

Vorzugsaktie

Die Vorzugsaktie ist meist ohne Stimmrecht, dafür häufig mit einer bevorzugten oder höheren Dividende.

Inhaber- und Namensaktie

Die Inhaberaktie ist frei übertragbar und im Börsenhandel besonders verbreitet, während die Namensaktie im Aktienregister eingetragen wird, sodass das Unternehmen seine Anteilseigner kennt.

Nennwertaktie

Nennwertaktien haben einen rechnerischen Nennwert, etwa 1 Euro je Aktie.

Stückaktie

Stückaktien verbriefen einen festen Anteil am Grundkapital, ohne festen Geldbetrag auf der Aktie.

Wichtig: Der Nennwert sagt nichts über den Börsenpreis aus. Was eine Aktie tatsächlich kostet, zeigt allein der Kurswert.

Was beeinflusst den Aktienkurs?

Der Aktienkurs ist der Preis, zu dem eine Aktie an der Börse gehandelt wird – und er verändert sich laufend. Ausschlaggebend ist das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, hinter dem konkrete Einflussfaktoren stehen.

Unternehmensbezogene Faktoren

  • Umsatz- und Gewinnentwicklung

  • neue Produkte und strategische Entscheidungen

  • Dividendenpolitik

  • Verschuldung und finanzielle Stabilität

  • Qualität des Managements

Markt- und Umfeldfaktoren

  • allgemeine Börsenstimmung

  • Zinsentscheidungen der Zentralbanken

  • Inflation und Konjunkturerwartungen

  • politische Krisen und geopolitische Risiken

Psychologische Faktoren

Aktienkurse werden nicht nur von harten Zahlen bewegt. Auch Erwartungen, Hoffnungen, Unsicherheit und Übertreibungen spielen eine Rolle. Für Sie bedeutet das: Selbst Aktien starker Unternehmen können kurzfristig deutlich schwanken.

Wie funktioniert der Aktienhandel in der Praxis?

Wer Aktien kaufen möchte, benötigt zunächst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Darüber lassen sich Kauf- und Verkaufsaufträge erteilen. 

 

Der typische Ablauf:

 

  1. Depot eröffnen – bei Filialbank, Direktbank oder Online-Broker

  2. Anlageziel und Risikobereitschaft festlegen

  3. Aktie oder Anlagestrategie auswählen

  4. Kaufauftrag erteilen – über den gewünschten Handelsplatz

  5. Position beobachten und regelmäßig überprüfen

 

Je nach Anbieter und Handelsplatz fallen unterschiedliche Gebühren an, die Ihre Rendite spürbar beeinflussen können.

Beispiel: So verdienen oder verlieren Anleger mit Aktien

Angenommen, Sie kaufen 10 Aktien eines Unternehmens zu je 50 Euro. Ihr Einsatz beträgt 500 Euro zuzüglich Gebühren.

 

  • Kursgewinn: Steigt der Kurs auf 65 Euro, sind Ihre Aktien 650 Euro wert. Beim Verkauf erzielen Sie einen Gewinn von 150 Euro - vor Kosten und Steuern.

  • Kursverlust: Fällt der Kurs auf 40 Euro, sind Ihre Aktien nur noch 400 Euro wert. Ein Verkauf würde einen Verlust realisieren.

  • Dividende: Zahlt das Unternehmen zusätzlich 2 Euro je Aktie, erhalten Sie 20 Euro Ausschüttung – ein möglicher Zusatzertrag, der aber nicht garantiert ist.

 

Das Beispiel zeigt: Ihre Aktienrendite entsteht aus dem Zusammenspiel von Kursentwicklung, Haltedauer, möglichen Ausschüttungen sowie Kosten und Steuern.

Welche Chancen und Risiken haben Aktien?

Chancen von Aktien

  • Langfristige Renditechancen: Wer breit gestreut investiert und Geduld mitbringt, kann von wirtschaftlichem Wachstum und steigenden Unternehmensgewinnen profitieren. Langfristige Auswertungen wie das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigen, dass sich Kursschwankungen über lange Zeiträume in der Vergangenheit zunehmend ausglichen.

  • Beteiligung an realen Unternehmen: Sie investieren in Produkte, Dienstleistungen, Umsätze und Gewinne – nicht in einen abstrakten Finanzwert.

  • Dividenden als möglicher Zusatzertrag: Gerade für langfristig orientierte Anleger interessant.

  • Hohe Liquidität: Viele Aktien lassen sich börsentäglich kaufen und verkaufen. Das Investment bleibt flexibel.

  • Sachwertcharakter: Als Beteiligung an realen Unternehmen können Aktien langfristig helfen, Kaufkraftverluste durch Inflation abzufedern, einen vollständigen Schutz bieten sie aber nicht.

Risiken von Aktien

  • Kursschwankungen: Kurse können stark schwanken, teils innerhalb weniger Stunden, besonders in unsicheren Marktphasen. Über kurze Zeiträume sind auch deutliche Verluste möglich. Je kürzer der Anlagezeitraum, desto stärker fallen solche Schwankungen ins Gewicht.

  • Unternehmensrisiko: Entwickelt sich ein Unternehmen schlechter als erwartet, fällt der Kurs. Im Insolvenzfall droht der Totalverlust.

  • Marktrisiko: Auch starke Unternehmen sind vor allgemeinen Börsenrückgängen nicht geschützt – fallen ganze Märkte, sinken meist viele Aktien gleichzeitig.

  • Emotionales Risiko: Viele Verluste entstehen nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch impulsive Entscheidungen wie Panikverkäufe oder euphorische Käufe zu Höchstkursen.

  • Keine garantierten Erträge: Weder Kursgewinne noch Dividenden sind sicher. Beides hängt von der Entwicklung des Unternehmens und des Marktes ab.

Für wen sind Aktien sinnvoll?

Aktien können vor allem für Menschen interessant sein, die

  • langfristig Vermögen aufbauen möchten,

  • Kursschwankungen aushalten können,

  • Geld investieren, das sie nicht kurzfristig benötigen, und

  • bereit sind, sich mit Kapitalmarktgrundlagen zu beschäftigen.

Weniger geeignet sind Aktien dagegen für Menschen, die

  • die ihr Geld kurzfristig sicher verfügbar brauchen,

  • bereits geringe Schwankungen schlecht aushalten oder 

  • ausschließlich auf planbare Erträge setzen.

Einzelaktien, Aktienfonds oder ETFs – was ist der Unterschied?

Bei der Investition in Einzelaktien investieren Sie gezielt in bestimmte Unternehmen. Das bietet Chancen, erhöht aber das Risiko, wenn einzelne Titel schwächeln. Wer in Aktien investieren möchte, muss nicht zwangsläufig einzelne Unternehmen auswählen.

 

  • Aktienfonds: Sie bündeln viele Aktien in einem Produkt und werden in der Regel von einem Fondsmanagement aktiv gesteuert. Das nimmt Anlegerinnen und Anlegern die Einzelauswahl ab und sorgt für eine breite Streuung. Mehr dazu im Beitrag zu Fonds.

  • ETFs: Sie bilden meist einen Index nach und ermöglichen eine breite Streuung über viele Unternehmen. Für viele Einsteiger sind sie ein einfacher Weg, am Aktienmarkt teilzunehmen. Mehr zu ETFs

 

Wichtig: Auch Fonds und ETFs mit Aktienanteil unterliegen dem Marktrisiko. Sie senken in der Regel das Einzelwertrisiko, aber nicht das allgemeine Aktienmarktrisiko.

Welche Strategien gibt es beim Investieren in Aktien?

Strategien

Buy and Hold

Qualitätsunternehmen oder breit gestreute Produkte werden über viele Jahre gehalten. Der Fokus liegt auf langfristigem Vermögensaufbau statt auf kurzfristigem Timing.

Value Investing

Hier werden unterbewertete Unternehmen gesucht. Wichtige Kennzahlen sind etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis.

Wachstumsstrategie

Im Mittelpunkt stehen Unternehmen mit hohen Wachstumsaussichten – oft höher bewertet und damit schwankungsanfälliger.

Dividendenstrategie

Der Fokus liegt auf regelmäßigen Ausschüttungen. Wichtig: Eine hohe Dividendenrendite allein macht noch keine gute Aktie aus.

Buy the Dip

Nach deutlichen Kursrückgängen wird gezielt nachgekauft, um von günstigeren Einstiegskursen zu profitieren. Wichtig: Ein fallender Kurs allein ist kein Kaufsignal – entscheidend bleibt die Qualität des Unternehmens.

Häufige Fragen zu Aktien

Weitere Artikel zu Aktien

Aktien kaufen

Aktien kaufen: So gelingt der Einstieg an der Börse

Aktien zu kaufen ist heute in wenigen Minuten möglich – die Vorbereitung entscheidet aber über den Erfolg. Von der passenden Aktie bis zur richtigen Order-Art gibt es einiges zu beachten.

mehr zum Aktienkauf
Aktien verkaufen

Aktien verkaufen: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der Kauf einer Aktie fällt vielen Anlegern leichter als der Verkauf. Denn beim Verkauf zählen nicht nur Zahlen, sondern auch Emotionen.

mehr zum Verkauf von Aktien
Kurs-Gewinn-Verhältnis

Was ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)?

Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist eine der wichtigsten Kennzahlen zur Bewertung von Aktien. Erfahren Sie, wie Sie es berechnen und richtig einordnen.

mehr zum KGV

Marketing-Anzeige – Alle hier veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Die enthaltenen Aussagen geben die aktuelle Einschätzung der DJE Kapital AG wieder. Diese können sich jederzeit, ohne vorherige Ankündigung, ändern. Alle getroffenen Angaben sind mit Sorgfalt entsprechend dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung gemacht worden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch keine Gewähr und keine Haftung übernommen werden.