
Aktien einfach erklärt
Aktien zählen zu den wichtigsten Bausteinen für den langfristigen Vermögensaufbau – und zu den am häufigsten missverstandenen.
Wer eine Aktie kauft, setzt nicht einfach auf einen steigenden Kurs, sondern wird Miteigentümerin oder Miteigentümer eines Unternehmens. Aus dieser Beteiligung entstehen sowohl die Renditechancen als auch die Risiken, die Aktien ausmachen.
Das Wichtigste zu Aktien
Eine Aktie ist ein Unternehmensanteil. Mit dem Kauf werden Sie Miteigentümerin oder Miteigentümer einer Aktiengesellschaft.
Die Rendite stammt aus zwei Quellen: aus Kursgewinnen und aus Dividenden – garantiert ist keine von beiden.
Chancen und Risiken gehören zusammen. Aktien bieten langfristig attraktive Renditechancen, unterliegen aber Kursschwankungen bis hin zum Totalverlust bei einer Insolvenz.
Was sind Aktien?
Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einer Aktiengesellschaft (AG) verbrieft. Gibt ein Unternehmen Aktien aus, beschafft es sich damit Eigenkapital – für Investitionen, Wachstum oder die Weiterentwicklung des Geschäfts. Wer diese Aktien kauft, stellt dem Unternehmen Kapital zur Verfügung und wird im Gegenzug zur Anteilseignerin oder zum Anteilseigner.
Für Sie als Anlegerin oder Anleger bedeutet das: Sie sind nicht bloß Investor, sondern rechtlich an einem realen Unternehmen beteiligt. Je nach Aktienart sind damit bestimmte Rechte verbunden – etwa ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung oder ein möglicher Anspruch auf Dividenden.
Entscheidend ist dabei die Unterscheidung zwischen Unternehmensanteil und Aktienkurs: Ihr Anteil am Unternehmen bleibt gleich, egal was der Markt macht. Der Kurs – also der Preis, zu dem die Aktie gehandelt wird – kann hingegen täglich steigen oder fallen.
Von Michelle Kleinschmidt, aktualisiert am 08.07.2026
Lohnt sich ein Investment in Aktien?
Ob sich Aktien „lohnen“, lässt sich nicht pauschal beantworten – die Frage hängt immer von der individuellen Situation ab. Aus rein informativer Sicht lassen sich aber einige sachliche Beobachtungen festhalten.

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Auf der einen Seite zeigen langfristige Auswertungen wie das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts, dass breit gestreute Aktienanlagen über lange Zeiträume historisch attraktive Durchschnittsrenditen erzielt haben und damit auch zum Ausgleich von Kaufkraftverlusten durch Inflation beitragen konnten. Über lange Anlagezeiträume kann zudem das Zusammenspiel aus Kursentwicklung, Dividenden und deren Wiederanlage – dem Zinseszinseffekt – eine starke Wirkung entfalten. Auf der anderen Seite waren Aktien über kurze Zeiträume immer wieder von erheblichen Kursrückgängen betroffen – ein Verlustrisiko bis hin zum Totalverlust einzelner Titel besteht grundsätzlich.
Quelle: Deutsches Aktieninstitut, Stand: 20.01.2026
Entscheidend für die Einordnung sind daher individuelle Faktoren wie
der persönliche Anlagehorizont,
die finanzielle Situation,
die Risikobereitschaft,
vorhandene Rücklagen und
die Gesamtstruktur des Vermögens.
Für viele Anleger lautet die Frage daher nicht, ob Aktien sinnvoll sind, sondern wie sie sich in die persönliche Anlagestrategie einbinden lassen.
Wie funktionieren Aktien?
Die Idee hinter Aktien ist einfach: Unternehmen brauchen Kapital, Anlegerinnen und Anleger suchen Renditechancen. Als Form der Geldanlage bringen Aktien beide Seiten zusammen.
Wie kommen Aktien an die Börse?
Um Eigenkapital aufzunehmen, kann eine Aktiengesellschaft Aktien ausgeben und an die Börse bringen. Das so eingesammelte Geld fließt etwa in neue Standorte, Forschung, Maschinen, Digitalisierung oder die internationale Expansion. Im Gegenzug geben die Gründer und bisherigen Eigentümer einen Teil des Unternehmens an die neuen Aktionärinnen und Aktionäre ab.
Wie werden Aktien gehandelt?
Ist eine Aktie an der Börse notiert, lässt sie sich dort kaufen und verkaufen. Käufer und Verkäufer treffen an Börsenplätzen wie der Frankfurter Wertpapierbörse oder über elektronische Handelssysteme wie Xetra aufeinander.
Der Aktienkurs entsteht dabei durch Angebot und Nachfrage. Alle Kauf- und Verkaufsaufträge laufen an der Börse in einem sogenannten Orderbuch zusammen. Treffen Kauf- und Verkaufsseite zu einem Preis aufeinander, kommt der Handel zustande und der Kurs wird aktualisiert:
Steigt die Nachfrage nach einer Aktie, tendiert der Kurs nach oben.
Überwiegt das Verkaufsangebot, gerät der Kurs unter Druck.
Wie entsteht die Rendite bei Aktien?
Bei Aktien speist sich die Rendite aus zwei Quellen:
Kursgewinne: Verkaufen Sie eine Aktie später teurer, als Sie sie gekauft haben, erzielen Sie einen Kursgewinn.
Dividenden: Viele – aber nicht alle – Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns an die Aktionärinnen und Aktionäre aus. Wer dieses Thema vertiefen möchte, findet mehr dazu im Beitrag zu Dividendenaktien.
Wichtig zu wissen: Kurs ist nicht gleich Rendite
Welche Rechte haben Aktionärinnen und Aktionäre?
Mit dem Kauf einer Aktie erwerben Sie – je nach Aktienart – mehr als einen Kursanspruch. Zu den wichtigsten Rechten zählen:
Rechte von Aktionären
Informationsrechte
Börsennotierte Unternehmen müssen regelmäßig über ihre Geschäftsentwicklung berichten
Beteiligung am Unternehmenserfolg
über mögliche Dividenden
Stimmrecht auf der Hauptversammlung
vor allem bei Stammaktien
Im Alltag privater Anlegerinnen und Anleger spielt das Stimmrecht meist eine kleinere Rolle als die wirtschaftliche Beteiligung. Es macht aber deutlich, was eine Aktie im Kern ist: kein abstrakter Kurszettel, sondern ein echter Anteil an einem Unternehmen.
Welche Arten von Aktien gibt es?
Aktie ist nicht gleich Aktie. Unterschieden wird vor allem nach der Mitbestimmung, nach der Übertragbarkeit sowie nach der Beteiligung am Grundkapital.
Aktienarten pt 2
Stammaktie
Die Stammaktie ist die klassische Aktie mit voller Mitbestimmung. Sie gewährt in der Regel ein Stimmrecht auf der Hauptversammlung und einen Anspruch auf mögliche Dividenden.
Vorzugsaktie
Die Vorzugsaktie ist meist ohne Stimmrecht, dafür häufig mit einer bevorzugten oder höheren Dividende.
Inhaber- und Namensaktie
Die Inhaberaktie ist frei übertragbar und im Börsenhandel besonders verbreitet, während die Namensaktie im Aktienregister eingetragen wird, sodass das Unternehmen seine Anteilseigner kennt.
Nennwertaktie
Nennwertaktien haben einen rechnerischen Nennwert, etwa 1 Euro je Aktie.
Stückaktie
Stückaktien verbriefen einen festen Anteil am Grundkapital, ohne festen Geldbetrag auf der Aktie.
Wichtig: Der Nennwert sagt nichts über den Börsenpreis aus. Was eine Aktie tatsächlich kostet, zeigt allein der Kurswert.
Was beeinflusst den Aktienkurs?
Der Aktienkurs ist der Preis, zu dem eine Aktie an der Börse gehandelt wird – und er verändert sich laufend. Ausschlaggebend ist das Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage, hinter dem konkrete Einflussfaktoren stehen.
Unternehmensbezogene Faktoren
Umsatz- und Gewinnentwicklung
neue Produkte und strategische Entscheidungen
Dividendenpolitik
Verschuldung und finanzielle Stabilität
Qualität des Managements
Markt- und Umfeldfaktoren
allgemeine Börsenstimmung
Zinsentscheidungen der Zentralbanken
Inflation und Konjunkturerwartungen
politische Krisen und geopolitische Risiken
Psychologische Faktoren
Aktienkurse werden nicht nur von harten Zahlen bewegt. Auch Erwartungen, Hoffnungen, Unsicherheit und Übertreibungen spielen eine Rolle. Für Sie bedeutet das: Selbst Aktien starker Unternehmen können kurzfristig deutlich schwanken.
Wie funktioniert der Aktienhandel in der Praxis?
Wer Aktien kaufen möchte, benötigt zunächst ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker. Darüber lassen sich Kauf- und Verkaufsaufträge erteilen.
Der typische Ablauf:
Depot eröffnen – bei Filialbank, Direktbank oder Online-Broker
Anlageziel und Risikobereitschaft festlegen
Aktie oder Anlagestrategie auswählen
Kaufauftrag erteilen – über den gewünschten Handelsplatz
Position beobachten und regelmäßig überprüfen
Je nach Anbieter und Handelsplatz fallen unterschiedliche Gebühren an, die Ihre Rendite spürbar beeinflussen können.
Beispiel: So verdienen oder verlieren Anleger mit Aktien
Angenommen, Sie kaufen 10 Aktien eines Unternehmens zu je 50 Euro. Ihr Einsatz beträgt 500 Euro zuzüglich Gebühren.
Kursgewinn: Steigt der Kurs auf 65 Euro, sind Ihre Aktien 650 Euro wert. Beim Verkauf erzielen Sie einen Gewinn von 150 Euro - vor Kosten und Steuern.
Kursverlust: Fällt der Kurs auf 40 Euro, sind Ihre Aktien nur noch 400 Euro wert. Ein Verkauf würde einen Verlust realisieren.
Dividende: Zahlt das Unternehmen zusätzlich 2 Euro je Aktie, erhalten Sie 20 Euro Ausschüttung – ein möglicher Zusatzertrag, der aber nicht garantiert ist.
Das Beispiel zeigt: Ihre Aktienrendite entsteht aus dem Zusammenspiel von Kursentwicklung, Haltedauer, möglichen Ausschüttungen sowie Kosten und Steuern.

Was die Haltedauer mit der Rendite macht
Wie sich Aktien entwickelt haben, hängt stark davon ab, wie lange man investiert bleibt. Das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts wertet dafür alle Kombinationen aus Kauf- und Verkaufsjahr aus. Die Kernaussage: Je länger der Anlagezeitraum, desto enger die Renditespanne.
Quelle: Eigene Darstellung basierend auf Deutsches Aktieninstitut, DAX-Rendite-Dreieck (Stand: Dezember 2025)
Welche Chancen und Risiken haben Aktien?
Chancen von Aktien
Langfristige Renditechancen: Wer breit gestreut investiert und Geduld mitbringt, kann von wirtschaftlichem Wachstum und steigenden Unternehmensgewinnen profitieren. Langfristige Auswertungen wie das Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigen, dass sich Kursschwankungen über lange Zeiträume in der Vergangenheit zunehmend ausglichen.
Beteiligung an realen Unternehmen: Sie investieren in Produkte, Dienstleistungen, Umsätze und Gewinne – nicht in einen abstrakten Finanzwert.
Dividenden als möglicher Zusatzertrag: Gerade für langfristig orientierte Anleger interessant.
Hohe Liquidität: Viele Aktien lassen sich börsentäglich kaufen und verkaufen. Das Investment bleibt flexibel.
Sachwertcharakter: Als Beteiligung an realen Unternehmen können Aktien langfristig helfen, Kaufkraftverluste durch Inflation abzufedern, einen vollständigen Schutz bieten sie aber nicht.
Risiken von Aktien
Kursschwankungen: Kurse können stark schwanken, teils innerhalb weniger Stunden, besonders in unsicheren Marktphasen. Über kurze Zeiträume sind auch deutliche Verluste möglich. Je kürzer der Anlagezeitraum, desto stärker fallen solche Schwankungen ins Gewicht.
Unternehmensrisiko: Entwickelt sich ein Unternehmen schlechter als erwartet, fällt der Kurs. Im Insolvenzfall droht der Totalverlust.
Marktrisiko: Auch starke Unternehmen sind vor allgemeinen Börsenrückgängen nicht geschützt – fallen ganze Märkte, sinken meist viele Aktien gleichzeitig.
Emotionales Risiko: Viele Verluste entstehen nicht durch fehlendes Wissen, sondern durch impulsive Entscheidungen wie Panikverkäufe oder euphorische Käufe zu Höchstkursen.
Keine garantierten Erträge: Weder Kursgewinne noch Dividenden sind sicher. Beides hängt von der Entwicklung des Unternehmens und des Marktes ab.
Für wen sind Aktien sinnvoll?
Aktien können vor allem für Menschen interessant sein, die
langfristig Vermögen aufbauen möchten,
Kursschwankungen aushalten können,
Geld investieren, das sie nicht kurzfristig benötigen, und
bereit sind, sich mit Kapitalmarktgrundlagen zu beschäftigen.
Weniger geeignet sind Aktien dagegen für Menschen, die
die ihr Geld kurzfristig sicher verfügbar brauchen,
bereits geringe Schwankungen schlecht aushalten oder
ausschließlich auf planbare Erträge setzen.
Einzelaktien, Aktienfonds oder ETFs – was ist der Unterschied?
Bei der Investition in Einzelaktien investieren Sie gezielt in bestimmte Unternehmen. Das bietet Chancen, erhöht aber das Risiko, wenn einzelne Titel schwächeln. Wer in Aktien investieren möchte, muss nicht zwangsläufig einzelne Unternehmen auswählen.
Aktienfonds: Sie bündeln viele Aktien in einem Produkt und werden in der Regel von einem Fondsmanagement aktiv gesteuert. Das nimmt Anlegerinnen und Anlegern die Einzelauswahl ab und sorgt für eine breite Streuung. Mehr dazu im Beitrag zu Fonds.
ETFs: Sie bilden meist einen Index nach und ermöglichen eine breite Streuung über viele Unternehmen. Für viele Einsteiger sind sie ein einfacher Weg, am Aktienmarkt teilzunehmen. Mehr zu ETFs
Wichtig: Auch Fonds und ETFs mit Aktienanteil unterliegen dem Marktrisiko. Sie senken in der Regel das Einzelwertrisiko, aber nicht das allgemeine Aktienmarktrisiko.
Welche Strategien gibt es beim Investieren in Aktien?
Strategien
Buy and Hold
Qualitätsunternehmen oder breit gestreute Produkte werden über viele Jahre gehalten. Der Fokus liegt auf langfristigem Vermögensaufbau statt auf kurzfristigem Timing.
Value Investing
Hier werden unterbewertete Unternehmen gesucht. Wichtige Kennzahlen sind etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) oder das Kurs-Buchwert-Verhältnis.
Wachstumsstrategie
Im Mittelpunkt stehen Unternehmen mit hohen Wachstumsaussichten – oft höher bewertet und damit schwankungsanfälliger.
Dividendenstrategie
Der Fokus liegt auf regelmäßigen Ausschüttungen. Wichtig: Eine hohe Dividendenrendite allein macht noch keine gute Aktie aus.
Buy the Dip
Nach deutlichen Kursrückgängen wird gezielt nachgekauft, um von günstigeren Einstiegskursen zu profitieren. Wichtig: Ein fallender Kurs allein ist kein Kaufsignal – entscheidend bleibt die Qualität des Unternehmens.
Häufige Fragen zu Aktien
Aktien sind Wertpapiere, mit denen Sie einen Anteil an einem Unternehmen erwerben. Als Aktionärin oder Aktionär sind Sie Miteigentümerin oder Miteigentümer einer Aktiengesellschaft.
Über Kursgewinne und mögliche Dividenden. Beides ist allerdings nicht garantiert und hängt von der Entwicklung des Unternehmens und des Marktes ab.
Ja. Wird ein Unternehmen insolvent, kann die Aktie im schlimmsten Fall wertlos werden. Bei Einzelaktien besteht daher grundsätzlich ein Totalverlustrisiko.
Ja. Für Kauf und Verwahrung von Aktien benötigen Sie in der Regel ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Broker.
Mit einer Aktie investieren Sie in ein einzelnes Unternehmen. Ein ETF bündelt viele Wertpapiere und bildet meist einen Index nach – dadurch ist er in der Regel breiter gestreut.
Nein. Ob und wie viel ein Unternehmen ausschüttet, hängt von der Geschäftsentwicklung und der Entscheidung des Unternehmens ab.
Aktien können ein zentraler Baustein im langfristigen Vermögensaufbau sein, weil sie die Chance bieten, an wirtschaftlichem Wachstum teilzuhaben. Ob sie für Sie geeignet sind, hängt jedoch von Ihrem Zeithorizont, Ihrer finanziellen Situation, Ihrem Risikoprofil und der Gesamtstruktur Ihres Vermögens ab.
Eine feste Rendite gibt es nicht. Langfristige Auswertungen wie das DAX-Rendite-Dreieck des Deutschen Aktieninstituts zeigen für breit gestreute Aktienanlagen über sehr lange Zeiträume zwar historisch attraktive Durchschnittsrenditen, über kurze Zeiträume waren aber auch deutliche Verluste möglich. Vergangene Wertentwicklungen sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
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