Das Wichtigste zum Thema "Aktien kaufen"

Voraussetzung: Um Aktien zu kaufen, brauchen Sie ein Wertpapierdepot bei einer Bank oder einem Online-Broker. Die Eröffnung ist online in wenigen Minuten möglich.

Rendite und Risiko: Mit Aktien werden Sie Miteigentümerin oder Miteigentümer eines Unternehmens. Sie können von Kursgewinnen und Dividenden profitieren – aber auch Verluste tragen, wenn Kurse fallen.

Zeitpunkt und Streuung: Den perfekten Einstiegszeitpunkt gibt es nicht. Wichtiger sind ein langer Anlagehorizont und eine breite Streuung über mehrere Werte.

Was sind Aktien?

Bevor Sie Aktien kaufen, sollten Sie verstehen, was Sie eigentlich erwerben. Eine Aktie ist ein Anteil an einer Aktiengesellschaft. Wenn Sie eine Aktie kaufen, werden Sie damit zur Miteigentümerin oder zum Miteigentümer des Unternehmens und nehmen an dessen wirtschaftlicher Entwicklung teil.

 

Geld verdienen können Anleger mit Aktien auf zwei Wegen:

 

  • Kursgewinne: Steigt der Kurs über den Kaufpreis, können Sie die Aktie mit Gewinn verkaufen. Worauf Sie beim Ausstieg achten sollten, lesen Sie unter “Aktien verkaufen”.

  • Dividenden: Manche Unternehmen schütten einen Teil ihres Gewinns als freiwillige Leistung an die Aktionäre aus. Hierbei gilt die Faustregel: Kontinuierlich ist besser als außergewöhnlich hoch.

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Was Sie vor dem Aktienkauf beachten sollten

Ein Aktienkauf sollte nicht spontan passieren. Zwei Vorüberlegungen zählen besonders:

 

  • Anlageziel & -horizont festlegen: Warum investieren Sie – für den langfristigen Vermögensaufbau, die Altersvorsorge oder als Inflationsausgleich? Aus dem Ziel ergibt sich, wie lange Ihr Geld investiert bleiben sollte.

  • Rücklagen bilden: Vor dem ersten Aktienkauf sollten Sie einen Notgroschen aufbauen – häufig empfehlen Experten etwa drei Monatsausgaben. Investieren Sie nur Geld, das Sie mittelfristig nicht benötigen.

Welche Kosten fallen beim Aktienkauf an?

Neben der Auswahl der richtigen Aktie sollten Sie auch die Kosten Ihres Depots im Blick behalten, da sie über die Zeit Ihre Rendite spürbar schmälern können.

 

Bei der Depotwahl haben Sie meist zwei Modelle zur Auswahl:

 

  • Depot mit Fixkosten oder Prozentmodell: Sie zahlen einen festen Betrag oder einen Prozentsatz Ihres Depotwerts. Bevor Sie sich dafür entscheiden, sollten Sie realistisch einschätzen, wie häufig Sie tatsächlich handeln möchten – für Vielhandler kann sich das lohnen, für Gelegenheitsanleger eher nicht.

  • Kostenloses Depot: Fällt keine Grundgebühr an, sind im Gegenzug in der Regel die Transaktionsgebühren höher. Ganz ohne Kosten kommt der Aktienkauf also auch bei  Online-Brokern nicht aus.

 

Unabhängig vom gewählten Depotmodell lohnt sich also immer ein zweiter Blick auf die Transaktionskosten: Sie fallen bei jedem Kauf und Verkauf an – entweder als fester Grundpreis pro Order oder als prozentualer Anteil am Ordervolumen. Gerade wer häufig handelt, sollte diese Kosten im Blick behalten - ganz nach dem Motto: Hin und her macht Taschen leer.

 

Tipp: Vergleichen Sie vor der Depoteröffnung nicht nur die Grundgebühr, sondern auch die Transaktionskosten anhand Ihres geplanten Handelsverhaltens – wie oft und in welchem Volumen Sie voraussichtlich kaufen und verkaufen.

Aktien kaufen: Schritt für Schritt

1. Depot eröffnen & Geld einzahlen

Ein Wertpapierdepot ist die Voraussetzung, um Aktien kaufen zu können – es verwahrt Ihre Wertpapiere wie ein Konto. Depots bieten Filialbanken, Direktbanken und Online-Broker an. Vergleichen Sie dabei Ordergebühren und Depotführungsentgelte. Überweisen Sie anschließend den Anlagebetrag auf das zugehörige Verrechnungskonto, denn ohne Guthaben können Sie keine Order aufgeben.

2. Aktie über ISIN oder WKN suchen

Jede Aktie trägt eine eindeutige Kennnummer: die ISIN (Internationale Wertpapierkennnummer) oder die WKN. Suchen Sie damit in Ihrem Depot nach dem gewünschten Unternehmen und prüfen Sie den aktuellen Kurs sowie den Börsenplatz.

3. Kaufauftrag erteilen

Geben Sie an, wie viele Aktien Sie kaufen möchten – oder welchen Betrag Sie investieren wollen. Bei vielen Brokern können Sie auch Bruchstücke einer Aktie kaufen, sodass schon kleine Beträge genügen. Zuletzt wählen Sie die passende Order-Art und bestätigen den Kauf.

Welche Möglichkeiten zur Ausführung eines Aktienkaufs gibt es?

Market-Order

Ihr Broker führt den Kauf sofort zum nächsten verfügbaren Marktpreis aus. Geeignet, wenn eine schnelle Ausführung wichtiger ist als ein exakter Preis – den genauen Kurs garantiert diese Order-Art nicht.

Limit-Order

Sie legen einen maximalen Kaufpreis fest. Der Broker führt die Order nur aus, wenn der Kurs diese Grenze nicht überschreitet. Das bietet mehr Kontrolle und eignet sich für preisbewusste Anleger.

Stop-Buy-Order

Ihr Broker kauft erst, sobald der Kurs eine vorher festgelegte Marke nach oben durchbricht. Sinnvoll, wenn Sie erst bei einem bestätigten Aufwärtstrend einsteigen möchten, statt einen fallenden Kurs abzuwarten.

Das Renditedreieck zeigt, dass Aktienkurse über kurze Zeiträume stark schwanken können. Historisch haben sich breit gestreute Aktienanlagen über lange Zeiträume in vielen Marktphasen positiv entwickelt. Vergangene Entwicklungen sind jedoch kein verlässlicher Indikator für zukünftige Wertentwicklungen; auch über längere Zeiträume sind Verluste möglich.
Quelle: Deutsches Aktieninstitut, Stand: 20.01.2026

Timing versus Zeit im Markt

Der Versuch, immer zum günstigsten Kurs zu kaufen („Market Timing"), gelingt selbst Profis selten zuverlässig. Eine verbreitete Alternative ist der Durchschnittskosteneffekt: Wer regelmäßig gleiche Beträge investiert – etwa über einen Sparplan – kauft bei niedrigen Kursen mehr und bei hohen Kursen weniger Anteile. Das nimmt Druck von der Frage nach dem perfekten Zeitpunkt.

 

Rechenbeispiel: So wirkt der Durchschnittskosteneffekt

Angenommen, Sie investieren über einen Sparplan jeden Monat 100 € in dieselbe Aktie. Der Kurs schwankt in dieser Zeit wie folgt:

 

  • Januar: Kurs 50 € → 2,00 Anteile gekauft

  • Februar: Kurs 40 € → 2,50 Anteile gekauft

  • März: Kurs 25 € → 4,00 Anteile gekauft

  • April: Kurs 40 € → 2,50 Anteile gekauft

  • Mai: Kurs 50 € → 2,00 Anteile gekauft

Nach fünf Monaten haben Sie insgesamt 500 € investiert und dafür 13 Anteile bekommen. Ihr durchschnittlicher Kaufpreis liegt damit bei rund 38,46 € je Aktie (500 € ÷ 13) – obwohl der Kurs im Schnitt bei 41 € lag. 

Der Grund: In der Schwächephase (März, 25 €) kauft die feste Rate automatisch mehr Anteile, bei hohen Kursen weniger. So verteilt sich Ihr Einstieg über die Zeit, und Sie müssen den perfekten Zeitpunkt nicht selbst treffen.

Gibt es günstige Jahreszeiten oder Wochentage?

Faustregeln zu Jahreszeiten oder bestimmten Wochentagen sind statistisch nicht verlässlich und taugen nicht als alleinige Kaufgrundlage. Der Oktober etwa gilt wegen historischer Börsencrashs als besonders risikoreicher Monat – Daten zeigen jedoch, dass er im Schnitt nicht schlechter abschneidet als andere Monate und in der Vergangenheit sogar häufiger Wendepunkt nach Kurseinbrüchen war.

Hilfreicher als saisonale Faustregeln ist ein Blick auf die Markttechnik: Handelt die Aktie über oder unter ihrer 50- bzw. 200-Tage-Linie? Wie hat sich das Handelsvolumen entwickelt? Solche Signale ersetzen keine Analyse, können sie aber ergänzen.

mehr zum Börsenmonat Oktober

Welche Aktie soll ich kaufen? So treffen Sie die Auswahl

Nach dem „Wann" folgt das „Welche". Die Frage „In welche Aktie investieren?" lässt sich nicht pauschal beantworten – sie hängt von Ihren Zielen, Ihrem Zeithorizont und Ihrer Risikobereitschaft ab. Statt einzelner Tipps hilft ein strukturiertes Vorgehen: ein Blick in Geschäftszahlen und Bilanz.

 

Die Fundamentalanalyse versucht, den tatsächlichen Wert eines Unternehmens einzuschätzen. Wichtige Anhaltspunkte sind unter anderem:

 

  • ein nachhaltiges Umsatzwachstum über mehrere Quartale statt eines einmaligen Ausreißers,

  • stabile oder steigende Margen

  • eine plausible Bewertung – etwa anhand des Kurs-Gewinn-Verhältnisses (KGV) sowie 

  • Aktienrückkäufe, die darauf hindeuten können, dass das Management die Aktie für unterbewertet hält – ein Automatismus ist es aber nicht.

Vorsicht vor heißen Tipps aus Social Media

"Seien Sie vorsichtig bei Titeln, die Sie nicht verstehen, bei reinen Kurzfrist-Trends ohne belastbare Zahlen und bei „heißen Tipps" aus sozialen Medien. Investieren Sie nur in Unternehmen, deren Geschäftsmodell und Risikoprofil Sie nachvollziehen können."

Gut zu wissen

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