Das Wichtigste zu Anleihen

Definition:
Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, mit denen sich Staaten oder Unternehmen Kapital leihen. Anleger erhalten Zinsen und am Laufzeitende den investierten Betrag zurück.

Funktionsweise:
Anleger verleihen Geld und erhalten dafür regelmäßige Zinszahlungen. Nach Ablauf der Laufzeit erfolgt die Rückzahlung durch den Emittenten.

Risiko:
Anleihen bieten planbare Erträge, sind aber je nach Emittent und Marktlage mit Ausfall- und Kursrisiken verbunden.

Was sind Anleihen?

Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, mit denen sich Staaten, Unternehmen oder andere Institutionen Kapital am Markt beschaffen. Käuferinnen und Käufer stellen dem Herausgeber der Anleihe, dem sogenannten Emittenten, für eine festgelegte Zeit einen bestimmten Geldbetrag zur Verfügung und erhalten dafür in der Regel regelmäßige Zinszahlungen, den sogenannten Kupon. Am Ende der Laufzeit wird der ursprünglich investierte Betrag, der sogenannte Nennwert, zurückgezahlt.

 

Wichtig: Nach dem Kauf einer Anleihe treten Sie als Gläubiger auf. Sie erwerben keinen Unternehmensanteil wie bei Aktien, sondern haben Anspruch auf Zinszahlungen und Rückzahlung Ihres Kapitals.

 

Merkmale einer Anleihe:

  • Laufzeit: z. B. 3, 5 oder 10 Jahre

  • Kupon: festgelegter Zinssatz, meist jährlich oder halbjährlich

  • Nennwert: ursprünglich investierter Betrag

 

Auch das Zinsniveau, die Bonität des Emittenten und die Restlaufzeit beeinflussen den Wert und die Rendite einer Anleihe. Viele Anleihen lassen sich über die Börse handeln. Dabei können jedoch Kursrisiken entstehen, insbesondere bei Zinsänderungen oder Bonitätsverschlechterungen.

Praktisches Beispiel: Anleihe berechnen

"Sie kaufen eine Anleihe mit einem Nennwert von 1.000 €, einem Kupon von 4 % und einer Laufzeit von 5 Jahren. Sie erhalten jährlich 40 € Zinsen (4 % von 1.000 €). Am Ende der Laufzeit bekommen Sie zusätzlich die 1.000 € zurück."

Beispielrechnung

Wie funktionieren Anleihen?

Wenn Sie eine Anleihe kaufen, leihen Sie dem Emittenten einen festen Geldbetrag. Während der vereinbarten Laufzeit erhalten Sie im Gegenzug regelmäßig Zinszahlungen basierend auf dem Zinssatz, der bei der Ausgabe der Anleihe festgelegt wurde. Am Ende der Laufzeit zahlt Ihnen der Emittent den ursprünglichen Investitionsbetrag zurück und erfüllt damit seine Schuldverpflichtung. 

 

Neben klassischen Anleihen gibt es auch Sonderformen

  • Nullkuponanleihen zahlen keine laufenden Zinsen, sondern werden unter dem Nennwert gekauft und zum Nennwert zurückgezahlt. 

  • Indexgebundene Anleihen passen ihre Zinszahlungen an die Inflation an, um die Kaufkraft zu erhalten.

Welche Vor- & Nachteile haben Anleihen?

Vorteile von Anleihen

  • Zinserträge: Anleihen ermöglichen regelmäßige Zinseinnahmen, da sie häufig feste Kuponzahlungen bieten. 

  • Kapitalrückzahlung: Sofern der Emittent zahlungsfähig bleibt, wird am Ende der Laufzeit der investierte Nennwert in der Regel vollständig zurückgezahlt.

  • Stabilität: Im Vergleich zu Aktien zeigen Anleihen häufig geringere Kursschwankungen und können so zur Stabilisierung eines Wertpapierportfolios beitragen.

  • Liquidität: Viele Anleihen sind an der Börse handelbar, was eine flexible Anpassung der Anlagepositionen auch während der Laufzeit erlaubt.

  • Rangfolge bei Insolvenz: Im Fall einer Insolvenz des Emittenten werden Gläubiger in der Regel vorrangig vor Aktionären bedient.

  • Kurschancen: Bei sinkendem Marktzinsniveau oder günstiger Kursentwicklung können durch einen Verkauf vor Laufzeitende auch Kursgewinne erzielt werden.

  • Vielfalt: Das breite Angebot an Anleihen mit unterschiedlichen Laufzeiten, Bonitäten und Währungen erlaubt eine individuelle Auswahl entsprechend der eigenen Anlagestrategie.

Nachteile von Anleihen

  • Bonitätsrisiko: Ein zentrales Risiko besteht in der Zahlungsfähigkeit des Emittenten: Fällt dieser aus, kann es zu einem teilweisen oder vollständigen Verlust der Anlage kommen.

  • Zinsänderungsrisiko: Ändert sich das allgemeine Zinsniveau, beeinflusst das den Kurs bestehender Anleihen – insbesondere steigende Zinsen führen oft zu Kursverlusten.

  • Renditepotenzial: Die langfristige Rendite von Anleihen ist tendenziell niedriger als bei Aktien, da sie in der Regel mit einem geringeren Risiko einhergehen.

  • Wertschwankungen: Während der Laufzeit unterliegen Anleihen dennoch Kursschwankungen, die je nach Marktlage und Bonität deutlich ausfallen können.

  • Liquiditätsrisiko: Bei bestimmten Anleihen – insbesondere mit geringem Handelsvolumen – kann es schwierig sein, diese kurzfristig und ohne Abschlag zu veräußern.

  • Kein Mitspracherecht: Anleihebesitz verleiht keine Mitbestimmungsrechte: Anleger treten als Gläubiger auf, haben aber keinen Einfluss auf Entscheidungen des Emittenten.

"Die Allokation in Anleihen mit mittlerer Laufzeit reduziert das Wiederanlagerisiko im Umfeld fallender Zinsen und bietet zugleich die Möglichkeit von Kapitalgewinnen."

Ivan Feriancek, Portfolio Manager Fixed Income

Welche Arten von Anleihen gibt es?

Staatsanleihen

Staatsanleihen werden von Ländern ausgegeben, um Geld für ihren Haushalt oder Investitionen zu beschaffen. Die Rückzahlung und Zinszahlung hängen unter anderem von der Bonität des jeweiligen Staates ab.

Bundesanleihen

Bundesanleihen sind Staatsanleihen, die von der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben werden. Sie gelten innerhalb des Euroraums als besonders liquide, also leicht handelbar.

Unternehmensanleihen

Bei Unternehmensanleihen leiht sich ein Unternehmen Kapital am Kapitalmarkt. Die Bonität des Unternehmens beeinflusst, wie hoch die Zinsen ausfallen und wie risikoreich die Anleihe ist.

US-Staatsanleihen

Diese Anleihen werden von der US-Regierung ausgegeben. Es gibt sie in verschiedenen Laufzeiten, etwa als Treasury Bills (kurzfristig), Notes (mittelfristig) und Bonds (langfristig).

Genussscheine

Genussscheine sind Mischformen zwischen Anleihe und Aktie. Sie können mit einem höheren Risiko verbunden sein, da sie oft nachrangig im Insolvenzfall behandelt werden. Dafür bieten sie unter bestimmten Bedingungen eine höhere Rendite.

Pfandbriefe

Pfandbriefe sind Anleihen, die durch Sicherheiten wie Immobilienkredite oder Staatsanleihen gedeckt sind. Sie werden häufig von Banken ausgegeben und unterliegen gesetzlichen Vorgaben.

Mehr Details zu den wichtigsten Anleihearten: In unserem Überblick erfahren Sie, wie sich klassische Anleihen, Floater, Zerobonds, Pfandbriefe sowie Staats- und Unternehmensanleihen unterscheiden – und worauf Anleger achten sollten.

Mehr über Anleihearten erfahren

Häufige Fragen zu Anleihen

Mehr zum Thema Anleihen

DJE Finanzwissen Staatsanleihen

Anleihen

Staatsanleihen

Was sind Staatsanleihen?

Erfahre Sie alles über Staatsanleihen: Funktionsweise, Risiken, Renditechancen und Unterschiede zu anderen Anleihenarten – verständlich erklärt.

mehr zu Staatsanleihen

Anleihen

Unternehmensanleihen

Was sind Unternehmensanleihen?

Unternehmensanleihen ermöglichen es Ihnen, direkt in die Finanzierung von Unternehmen zu investieren – oft mit höheren Zinsen als bei Staatsanleihen. Doch wie funktionieren diese Anleihen genau?

mehr zu Unternehmensanleihen

Anleihen

Bundesanleihen

Was sind Bundesanleihen?

Bundesanleihen gelten als besonders sichere Anlageform, da der deutsche Staat als Herausgeber eine sehr hohe Bonität aufweist. Doch wie genau funktionieren Bundesanleihen? Und welche Chancen und Risiken sollten Sie als Anleger kennen?

mehr zu Bundesanleihen

Marketing-Anzeige – Alle hier veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Die enthaltenen Aussagen geben die aktuelle Einschätzung der DJE Kapital AG wieder. Diese können sich jederzeit, ohne vorherige Ankündigung, ändern. Alle getroffenen Angaben sind mit Sorgfalt entsprechend dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung gemacht worden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch keine Gewähr und keine Haftung übernommen werden.