Das Wichtigste zu Anleihen-Begriffen

Grundverständnis:
Anleihen sind festverzinsliche Wertpapiere, bei denen Anleger einem Staat oder Unternehmen Geld leihen. Im Gegenzug erhalten sie regelmäßige Zinszahlungen (Kupon) und am Ende der Laufzeit den Nominalwert zurück.

Zentrale Kennzahlen:
Begriffe wie Kupon, Ablaufrendite und Duration helfen dabei, Ertragschancen und Risiken einer Anleihe einzuordnen. Während der Kupon die laufenden Zinsen beschreibt, zeigt die Ablaufrendite die erwartete Gesamtrendite bis zur Fälligkeit.

Risiken & Einflussfaktoren:
Anleihen unterliegen unter anderem dem Zinsänderungsrisiko, dem Bonitätsrisiko des Emittenten sowie – bei Fremdwährungen – dem Währungsrisiko. Je nach Laufzeit und Qualität reagieren Anleihen unterschiedlich auf Marktbewegungen.

Ablaufrendite

Die Ablaufrendite – auf Englisch Yield to Maturity – beschreibt die jährliche Gesamtrendite, die ein Anleger erzielt, wenn er eine Anleihe bis zur Endfälligkeit hält. Sie berücksichtigt sowohl die laufenden Kuponzahlungen als auch mögliche Kursgewinne oder -verluste, etwa bei einem Kauf unter oder über dem Nominalwert.

Bonität / Rating

Die Bonität gibt Auskunft über die Kreditwürdigkeit eines Staates oder Unternehmens. Sie wird von Ratingagenturen bewertet. Grundsätzlich gilt: Je schlechter das Rating, desto höher muss der Kupon ausfallen, um Anleger für das höhere Ausfallrisiko zu entschädigen. Hoch bewertete Emittenten zahlen in der Regel niedrigere Zinsen.

Bobl

Bobls sind Bundesobligationen – also Schuldverschreibungen der Bundesrepublik Deutschland – mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Sie gelten als vergleichsweise sichere Anleihen und haben in der Regel einen festen Zins.

Duration

Die Duration wird häufig mit der Laufzeit verwechselt, misst jedoch die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer einer Anleihe. Sie dient vor allem dazu, die Zinssensitivität zu beurteilen. Je höher die Duration, desto stärker reagiert der Kurs einer Anleihe auf Veränderungen des Zinsniveaus.

Hochzinsanleihen

Hochzinsanleihen sind Anleihen mit besonders hohen Kupons. Sie werden meist von Emittenten mit geringerer Bonität ausgegeben. Das höhere Zinsniveau soll das erhöhte Emittenten- und Ausfallrisiko ausgleichen. In gut diversifizierten Portfolios können Hochzinsanleihen gezielt eingesetzt werden.

Kupon

Der Kupon bezeichnet die jährliche Verzinsung einer Anleihe. Er kann fest oder variabel ausgestaltet sein und wird in der Regel auf den Nominalwert berechnet. Für Anleger stellt der Kupon einen wesentlichen Bestandteil der laufenden Erträge dar.

Laufzeit

Die Laufzeit beschreibt den Zeitraum von der Emission einer Anleihe bis zu ihrer Fälligkeit. Am Ende der Laufzeit wird der Nominalwert zurückgezahlt. Grundsätzlich gilt: Je länger die Laufzeit, desto empfindlicher reagiert der Kurs einer Anleihe auf Zinsänderungen.

Nominalwert

Der Nominalwert (auch Nennwert genannt) ist der Betrag, den der Emittent dem Anleger am Ende der Laufzeit zurückzahlt. In der Regel beträgt er 100 Prozent. Privatanleger investieren häufig in Teilbeträge, etwa über Fonds oder Vermögensverwaltungen.

Pari

Wird eine Anleihe „zu pari“ ausgegeben, entspricht der Ausgabekurs dem Nominalwert von 100 Prozent. Häufig werden Anleihen jedoch unter pari emittiert. In diesem Fall profitieren Anleger zusätzlich von Kursgewinnen, da am Ende der Laufzeit der volle Nominalwert zurückgezahlt wird.

Währungsrisiko

Bei Anleihen, die nicht in Euro denominiert sind, besteht ein Währungsrisiko. Wechselkursbewegungen können die Rendite positiv oder negativ beeinflussen – unabhängig von der Wertentwicklung der Anleihe selbst.

Zinsänderungsrisiko

Das Zinsänderungsrisiko beschreibt die Auswirkung von steigenden oder fallenden Leitzinsen auf den Kurs einer Anleihe. Steigende Zinsen führen in der Regel zu fallenden Kursen bestehender Anleihen, während sinkende Zinsen Kursgewinne begünstigen können.

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