
Geldanlage nach Lebensphasen: Welche Strategie passt wann?
Die passende Anlagestrategie hängt maßgeblich vom Faktor Zeit ab. Zwar sollte eine einmal gewählte Strategie möglichst langfristig beibehalten werden, doch grundlegende Veränderungen im Leben erfordern häufig eine Anpassung. Berufseinstieg, Familiengründung oder der Übergang in den Ruhestand gehen mit unterschiedlichen Anlagezielen und Risikoprofilen einher. Wir zeigen Ihnen, wie sich Anlagestrategien entlang verschiedener Lebensphasen sinnvoll ausrichten lassen.
Das Wichtigste zur Geldanlage nach Lebensphasen
Zeitfaktor:
Je länger der Anlagehorizont, desto höher kann die Risikobereitschaft ausfallen. Zeit hilft, Schwankungen auszugleichen und Renditechancen zu nutzen.
Risikosteuerung:
Mit zunehmendem Alter rückt der Kapitalerhalt stärker in den Fokus. Entsprechend kann eine schrittweise Reduzierung der Aktienquote sinnvoll sein.
Individuelle Situation:
Lebensphasen geben Orientierung, ersetzen aber keine persönliche Betrachtung. Einkommen, Verpflichtungen und Ziele bleiben entscheidend.
Geldanlage im frühen Berufsleben
Grundsätzlich gilt beim Thema Geldanlage: „je früher, desto besser“. Und obwohl Anleger laut dem Deutschen Aktieninstitut (DAI) immer jünger werden, nehmen sich die meisten Menschen erst mit dem ersten richtigen Arbeitsverhältnis des Themas Geldanlage an. Verständlicherweise, denn ein geregeltes Einkommen ist dafür hilfreich. Essenziell für die Auswahl der passenden Strategie ist immer der Faktor Zeit.
Und davon hat der jüngere Anleger reichlich. Das hat Implikationen auf der Risikoseite. Eine höhere Schwankungsbreite kann über längere Zeiträume statistisch gesehen wahrscheinlicher ausgeglichen werden. Insofern können Anleger, je jünger sie sind, auch mit mehr Risiko agieren, um höhere Renditechancen zu nutzen. In der Regel bedeutet das eine höhere Aktienquote. Trotzdem sollten jüngere Anleger unbedingt einen Notgroschen zurückhalten, der bei unvorhergesehenen Ereignissen zum Einsatz kommt.
Bei einem Anlagezeitraum von deutlich über 30 Jahren kann zudem der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung entfalten. So profitiert der Anleger nicht nur von einer möglichen Kapitalmarktrendite, sondern auch von der exponentiellen Wirkung der stetigen Wiederanlage der Erträge.

Anlagestrategie in der Lebensmitte
In dieser Lebensphase haben Anleger im besten Fall schon einen Grundstock an Vermögen aufbauen können. Womöglich sind bereits Kinder auf der Welt und eine Immobilie erworben, was eine vollkommen andere Situation für die Geldanlage schafft. Zwar ist der Anlagehorizont immer noch lang und rechtfertigt eine hohe Aktienquote. Hier lohnt sich ein Blick auf die individuelle Situation: Fällige Immobilienkredite und sonstige planbare Ausgaben der nächsten drei bis fünf Jahre sollten in defensiven Anlageinstrumenten vorgehalten werden.
Hier kommt die Diversifikation, insbesondere über Anlageklassen hinweg, zum Tragen. Eine kleinere Anleihenquote im Portfolio reduziert die gesamte Schwankungsbreite und liefert stattdessen im besten Fall konstante Zinserträge. Auch für die Geldanlage in dieser Lebensphase ist der oben bereits genannte Zinseszinseffekt relevant, da der Anlagezeitraum voraussichtlich immer noch lang genug ist.
Geldanlage kurz vor dem Ruhestand
Kurz vor dem Ruhestand verschieben sich die Prioritäten in der Geldanlage. Wer bereits früh mit dem Investieren angefangen und dabei einige wichtige Grundsätze befolgt hat, konnte ein gewisses Kapital für den Ruhestand erwirtschaften. Für die Anlagestrategie bedeutet ein fortschreitendes Alter: weniger Risiko, mehr Sicherheit. Denn je größer das produktive Kapital wird, desto stärker liegt die Priorität in der Regel auf dem Erhalt des Kapitals und desto konservativer die Anlage. Eine zugunsten von Anleihen reduzierte Aktienquote verringert die Volatilität im Portfolio - logischerweise allerdings auch die potenzielle Renditeerwartung.

Geldanlage im Ruhestand
Nach der aktiven Berufslaufbahn liegt der Fokus der Anlagestrategie klar auf dem Erhalt des bisher erwirtschafteten Kapitals und der regelmäßigen Entnahme für den Lebensunterhalt. Trotzdem erleben wir immer wieder, dass auch Anleger im Ruhestand offensivere Strategien verfolgen, um mit Blick auf die nächste Generation das Vermögen weiter auszubauen.
Um moderate Kaufkraftverluste auszugleichen, können Anleger mit deutlich geringerem Risiko arbeiten und auf eine kleine Aktienquote setzen. Hinweis: Bei den aktuellen Inflationsniveaus und dem derzeitigen Realzins sieht die Lage etwas anders aus. Trotzdem kann eine sehr konservative Strategie sinnvoll sein, wenn Anleger das Kursverlustrisiko reduzieren möchten.
Zeit, Risiko und persönliche Ziele
Der Faktor Zeit ist für die Auswahl der richtigen Anlagestrategie entscheidend. Grundsätzlich gilt die Faustregel, dass je weiter der Anlagehorizont ist, desto höher auch das Risiko sein darf, um eine höhere Rendite zu erwirtschaften. Mit zunehmendem Alter kann eine Reduzierung der Aktienquote sinnvoll sein. Letztlich hängt dies jedoch immer vom Anleger selbst ab und ist eine persönliche Entscheidung. Selbstverständlich ist uns bewusst, dass diese schematische Kategorisierung längst nicht auf jeden Anleger zutrifft. Biografien sind unterschiedlich. Der Artikel ist daher als grobe Einordnung zu verstehen.
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