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Das Wichtigste zum Markttiming

Was ist Markttiming?

Markttiming (auch Market Timing genannt) beschreibt den Versuch, durch gezielte Kauf- und Verkaufsentscheidungen besonders günstige Zeitpunkte an den Kapitalmärkten zu nutzen. Ziel ist es, nahe an Tiefpunkten zu investieren und in Phasen hoher Bewertungen zu verkaufen. Der Ansatz setzt voraus, dass sich Marktbewegungen zumindest teilweise erkennen oder antizipieren lassen.

Warum Markttiming schwierig ist:

In der Praxis erweist sich Markttiming als anspruchsvoll. Kursbewegungen verlaufen oft unerwartet, und starke Erholungen folgen nicht selten unmittelbar auf deutliche Rückgänge. Wer in solchen Phasen nicht investiert ist, verpasst häufig einzelne Handelstage, die einen wesentlichen Anteil an der langfristigen Wertentwicklung ausmachen.

Zeit im Markt als entscheidender Faktor:

Dem Versuch des exakten Timings wird häufig ein langfristiger Anlagehorizont gegenübergestellt. Dabei steht weniger der genaue Einstiegszeitpunkt im Fokus als die Dauer der Investition. Dieser Gedanke wird oft mit dem Grundsatz „Time in the market beats timing the market“ zusammengefasst und verdeutlicht die Bedeutung von Zeit für den Anlageerfolg.

Zeit ist Geld

„Zeit ist Geld“ – diese Aussage wird häufig mit Benjamin Franklin verbunden. Bereits 1748 verwendete er den Gedanken in seinem Werk „Ratschläge für junge Kaufleute“. Auch wenn sich die Kapitalmärkte seitdem grundlegend verändert haben, bleibt die Kernaussage bis heute aktuell.

 

Zeit zählt zu den zentralen Faktoren für den Anlageerfolg. Dabei geht es weniger um den vermeintlich perfekten Einstiegszeitpunkt, sondern vor allem um die Dauer, die ein Investment am Kapitalmarkt verbleibt. Wer versucht, Marktbewegungen präzise vorherzusagen, sucht häufig nach einem idealen Moment – einem Zeitpunkt, der sich in der Realität kaum eindeutig bestimmen lässt.

Warum Abwarten oft teuer wird

Balkendiagramm zum Kaufkraftverlust durch Inflation. Ausgangswert sind 100.000 Euro. Bei einer Inflationsrate von 2 Prozent sinkt die reale Kaufkraft nach einem Jahr auf rund 98.000 Euro, nach drei Jahren auf etwa 94.000 Euro und nach fünf Jahren auf rund 91.000 Euro. Bei 6 Prozent Inflation reduziert sich die Kaufkraft stärker: nach einem Jahr auf etwa 94.000 Euro, nach drei Jahren auf rund 84.000 Euro und nach fünf Jahren auf etwa 75.000 Euro.

Verpasste Börsentage kosten Rendite

Viele Anleger versuchen, mithilfe von Marktindikatoren, Konjunkturdaten oder Bewertungen den optimalen Zeitpunkt für den Einstieg in Aktien zu finden. Dieses sogenannte Markt-Timing (auch Market Timing genannt) birgt jedoch ein zentrales Risiko: die besten Börsentage zu verpassen.

 

Studien zeigen, dass ein großer Teil der langfristigen Rendite an wenigen Handelstagen entsteht. Wer zu diesen Zeitpunkten nicht investiert ist, schmälert seine Ertragschancen erheblich.

 

Dieses Muster zeigt sich nicht nur in einzelnen Märkten. Auch international bekannte Indizes liefern ähnliche Ergebnisse. Der MSCI World erzielte einen erheblichen Teil seiner langfristigen Rendite an nur wenigen Handelstagen. Gleiches gilt für den S&P 500 oder den Hang Seng Index.

 

Wer diese Phasen verpasst, weil er auf eine perfekte Market-Timing-Strategie setzt, verzichtet unter Umständen auf einen großen Teil der Gesamtrendite. Wir erinnern uns an Benjamin Franklin: Zeit ist Geld. Aber zu wenig Zeit kostet im schlimmsten Fall Geld. 

Zeit im Markt schlägt Markt-Timing

Der Merksatz „Time in the market beats timing the market“ bringt es auf den Punkt: Entscheidend ist nicht, wann investiert wird, sondern wie lange. Je länger Kapital investiert bleibt, desto größer sind statistisch die Chancen, kurzfristige Schwankungen auszugleichen.

 

Regelmäßiges Investieren, etwa über einen Fondssparplan oder einen ETF-Sparplan, kann helfen, Marktschwankungen zu glätten. Gundsätzlich ist eine Investition am Kapitalmarkt, egal ob Stück für Stück oder per „Lump Sum“, also mit einer größeren Einmalanlage, trotz aller Risiken immer noch für viele Menschen eine der sinnvollsten Optionen, um langfristig ein Vermögen aufzubauen.  

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