Von Stefan Breintner, Leiter Research & Portfoliomanagement sowie Manager des DJE - Gold & Ressourcen, und Manuel Zeuch, Co-Fondsmanager und Analyst für den Rohstoffsektor bei der DJE Kapital AG
Zu Jahresbeginn 2026 verzeichnete der Goldpreis zunächst eine außergewöhnlich starke Aufwärtsbewegung und stieg innerhalb weniger Wochen um rund 25 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 5.595 US-Dollar je Unze (29. Januar 2026). Die anschließende Korrektur fiel massiv aus. In der Spitze verlor das Edelmetall vom temporären Hoch knapp 30 Prozent, sodass die zuvor erzielten Gewinne des Jahres nahezu vollständig wieder abgegeben wurden. Mit aktuell rund 4.400 US-Dollar je Unze notiert Gold nur noch leicht über dem Stand zum Jahresbeginn. Am 31. Dezember 2025 lag der Goldpreis bei 4.319 US-Dollar je Unze.
Auslöser der kräftigen Korrektur war zum einen der Nahostkonflikt, durch den mehrere klassische makroökonomische Belastungsfaktoren für Gold wieder in den Vordergrund rückten. Dazu zählen eine höhere, energiegetriebene Inflation, eine restriktivere Geldpolitik der US-Notenbank Fed, steigende Realzinsen und ein stärkerer US-Dollar. Zum anderen war die Markttechnik aufgrund des zuvor deutlich zu hohen Optimismus sehr schwach. Heute stellt sich die Situation dagegen grundlegend anders dar. Die Korrektur ist somit nicht als Ausdruck einer strukturellen, langanhaltenden Schwäche zu interpretieren, sondern vielmehr als Folge des Zusammenspiels mehrerer makroökonomischer Einflussfaktoren und einer schwachen Markttechnik zu Beginn des Jahres 2026.