Speicher, Substrate und optische Komponenten sind zentrale Bausteine der KI-Infrastruktur und zugleich potenzielle Engpassfaktoren. Speicher halten Daten bereit, Substrate verbinden Prozessor und weitere Komponenten und Optik transportiert die Daten innerhalb der Rechenzentren. Die Anforderungen steigen derzeit schneller als die verfügbaren Kapazitäten. Das stützt bei führenden Anbietern Wachstum, Auslastung und Preissetzungsmacht.
Im Speicherbereich nimmt HBM eine Schlüsselrolle ein. Umfangreiche Investitionsprogramme der Branche zeigen, dass das Angebot mittelfristig deutlich wachsen dürfte. Das könnte die Kräfteverhältnisse und die Ertragslage beeinflussen.
Bei Substraten profitieren etablierte Anbieter von langen Bau- und Qualifikationszeiten sowie der zunehmenden Komplexität moderner Chip-Pakete. Langfristige Lieferverträge können die Auslastung und die Erlöse stabilisieren, während eine stärkere Abhängigkeit von Spotpreisen zwar größere Margenchancen, aber auch höhere Schwankungen mit sich bringt. Kritische Materialien und der hohe Kapitalbedarf begrenzen zugleich die Geschwindigkeit des Kapazitätsausbaus.
Bei optischen Verbindungen treiben höhere Datenraten und der steigende Vernetzungsbedarf in Rechenzentren die Nachfrage. Gleichzeitig bleiben Kundenkonzentration, geopolitische Risiken und der Ausbau neuer Kapazitäten wichtige Unsicherheitsfaktoren. Mit zunehmendem Angebot wird es deshalb entscheidend sein, ob die Nachfrage hoch genug bleibt, um Auslastung und Margen zu stützen.
Damit ist die Knappheit in allen drei Bereichen ein wichtiger Treiber, jedoch kein dauerhafter Zustand. Je stärker die Anbieter investieren, desto größer wird mittelfristig das Risiko eines neuen Angebotszyklus. Entscheidend ist daher nicht allein das Wachstum der KI-Infrastruktur, sondern auch, welche Unternehmen ihre Marktposition in nachhaltigen freien Cashflow und hohe Kapitalrenditen übersetzen können.
[1] Deutsche Bank Research, Juni 2026
[2] Morgan Stanley, Juni 2026
[3] Goldman Sachs, September 2026