Demokraten mit Rückenwind
Seit Jahresbeginn haben sich die Wettquoten deutlich verschoben. So lag die Wahrscheinlichkeit eines Siegs der Demokraten im Repräsentantenhaus und im Senat im Dezember 2025 noch bei knapp 30 Prozent. Mitte Oktober 2026 liegt sie bei rund 62 Prozent. Im gleichen Zeitraum ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Republikaner sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit gewinnen, von gut 23 auf etwa 11 Prozent gefallen.
Ein demokratischer Erfolg in beiden Kammern würde die politischen Handlungsmöglichkeiten des Präsidenten erheblich einschränken. Große Gesetzesvorhaben wären schwieriger umzusetzen und Konflikte mit dem Kongress wahrscheinlicher. Die zweite Hälfte seiner Amtszeit könnte daher früh den Charakter einer „lame duck“-Präsidentschaft annehmen. Geteilte Machtverhältnisse sorgen in Washington oft für Blockaden. Für die Märkte können sie zugleich berechenbarer sein, da weitreichende politische Kurswechsel unwahrscheinlicher werden.
Niedrigere Inflation, hohe Preise
Die jährliche Inflationsrate hat sich gegenüber den Höchstständen der Jahre 2022 und 2023 deutlich abgeschwächt. Bei vielen Haushalten kommt die Erleichterung dennoch nur begrenzt an. Die aktuelle Inflationsrate gibt das Tempo der Preissteigerungen wieder. Sie blendet jedoch aus, wie stark sich das Preisniveau bereits erhöht hat.
Seit September 2016 sind die Energiepreise in den USA um 76 Prozent gestiegen. Verkehr kostet inzwischen 51 Prozent, Wohnen 49 Prozent und Nahrungsmittel 41 Prozent mehr. Selbst bei einer jährlichen Teuerung von rund drei Prozent ist der Alltag damit erheblich kostspieliger als noch vor zehn Jahren.
Diese Differenz wird im Wahlkampf entscheidend sein. Für viele Verbraucher ist nicht in erster Linie wichtig, ob die Inflationsrate sinkt. Ausschlaggebend sind die Kosten für Miete, Einkäufe, Auto und Energie am Monatsende.
Erst die Delle, dann die Erhöhung?
An der Börse gehören Zwischenwahljahre traditionell zu den bewegteren Phasen. Seit 1974 betrug der maximale Rückgang des MSCI USA vom Jahresbeginn bis zum Wahltag im Durchschnitt 12 Prozent. In einzelnen Wahljahren fielen die Rückschläge deutlich geringer aus, in anderen überschritten sie 30 Prozent.
Der Blick auf die Zeit nach den Wahlen fällt wesentlich freundlicher aus. In den zwölf Monaten nach den Midterms erzielte der MSCI USA historisch gesehen eine durchschnittliche Rendite von 17,5 Prozent. Daraus lässt sich jedoch keine Prognose für 2026 ableiten. Ein Rückblick zeigt vielmehr, dass politische Unsicherheit und zwischenzeitliche Kursverluste häufig Teil des Wahlzyklus sind.
Deshalb bleibt für Anleger ein längerer Zeithorizont wichtig. Wahlkampf und wechselnde Mehrheiten können zwar kurzfristig für Nervosität sorgen. Langfristig werden Märkte vor allem von Gewinnen, Zinsen und Bewertungen geprägt.
Rechtliche Hinweise
Dies ist eine Marketingmitteilung. Sie dient ausschließlich Informations- und Marketingzwecken. Die enthaltenen Aussagen wurden mit Sorgfalt und nach dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung erstellt, geben die Einschätzung der DJE Kapital AG zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wieder und können sich jederzeit ändern. Eine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität kann nicht übernommen werden. Die Angaben stellen keine individuelle Anlageberatung, keine persönliche Empfehlung und kein verbindliches Angebot zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten oder zur Inanspruchnahme einer bestimmten Finanzdienstleistung dar. | DJE Kapital AG, Pullacher Straße 24, 82049 Pullach, Deutschland