Die Lage rund um Iran blieb auch im August der wichtigste geopolitische Einflussfaktor für die Kapitalmärkte. Zu Beginn des Monats stützten Hoffnungen auf Fortschritte in den Gesprächen zwischen den USA und Iran sowie zeitweise nachgebende Ölpreise die Stimmung an den Märkten. Gleichzeitig blieb die Marktbreite uneinheitlich. Während sich breite Indizes vergleichsweise stabil hielten, reagierten insbesondere zinssensitive und zuvor stark gelaufene Technologiewerte anfälliger auf anziehende Renditen und geopolitisch bedingte Inflationssorgen. 

 

Die Renditen von US-Staatsanleihen gerieten im Monatsverlauf phasenweise auch deshalb unter Aufwärtsdruck, weil sich die Sorgen des Marktes nicht nur auf die kurzfristige Inflationsentwicklung (3,4% im Juli nach 3,5% im Juni) beschränkten. Zunehmend rückten strukturelle Fragen zur Zinsbelastung der USA, zur langfristigen Schuldentragfähigkeit und zur wachsenden Angebotsseite am Treasury-Markt in den Vordergrund. Damit spiegelte der Renditeanstieg nicht nur geldpolitische Unsicherheit wider, sondern auch eine höhere vom Markt geforderte Prämie für fiskalische Risiken und für die Gefahr einer schleichenden Entwertung des US-Dollars. 

 

Die Marktteilnehmer bereiteten sich zunehmend auf eine straffere geldpolitische Haltung der EZB nach der Sommerpause vor. Hintergrund ist, dass der Inflationsdruck im Euroraum nicht ausreichend nachlässt. Die Inflationsrate im Euroraum stieg im August auf 3,3% nach 2,9% im Vormonat. Nach der Sommerpause werden der EZB zudem neue Schätzungen vorliegen, die für die weitere geldpolitische Ausrichtung maßgeblich sein dürften. 

 

An den Rentenmärkten für Staatspapiere in den USA und Deutschland entwickelten sich die Renditen im Monatsvergleich einheitlich. Die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen stiegen zum Monatsultimo um 1 Basispunkt und schlossen bei 4,75%. Die Renditen der 10-jährigen deutschen Bundesanleihen stiegen um 11 Basispunkte von 3,21% auf 3,32%. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen stieg um 13 Basispunkte auf 4,15%. Bei den Unternehmensanleihen gab es auch ein einheitliches Bild. Die Rendite von Euro-Anleihen mit Investment Grade ging von 3,74% auf 3,87 % hoch, und die Renditen von in US-Dollar denominierten Unternehmensanleihen mit Investment Grade stiegen von 5,46% auf 5,49%. Im High-Yield-Segment fielen bei US-Dollar-Unternehmensanleihen die Renditen um 14 Basispunkte auf 7,27% und bei in Euro notierten Papieren blieben sie unverändert auf 6,06%. 

 

Der Goldpreis ist um 10,1% gestiegen und schloss bei 4.448 US-Dollar pro Unze. Der US-Dollar verlor leicht gegenüber dem Euro und lag am Monatsende bei 1,1615.

 

 

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