Die Lage rund um Iran blieb im Juli der zentrale geopolitische Einflussfaktor für die Kapitalmärkte, verzeichnete im Monatsverlauf jedoch mehrere Richtungswechsel. Nachdem die im Juni eingeleitete Deeskalation zunächst fortwirkte, kam es im Monatsverlauf erneut zu militärischen Spannungen und zwischenzeitlich wieder steigenden Ölpreisen. Gegen Monatsende setzte dann eine erneute Beruhigung ein, nachdem der Iran und die USA eine wechselseitige Pause weiterer Angriffe signalisierten. Dadurch ging ein Teil der zuvor aufgebauten geopolitischen Risikoprämie wieder aus dem Ölpreis heraus, auch wenn die Lage politisch fragil blieb.
Die Aktienmärkte zeigten sich im Juli erneut mit deutlichen sektoralen und regionalen Rotationen. Zu Beginn des Monats unterstützten nachlassende Ölpreise und wiederauflebende Hoffnungen im Technologiesektor die Kurse. Im weiteren Verlauf kam es besonders im zuvor am stärksten gelaufenen Marktbereich der Halbleiter zu zeitweise scharfen Kurs-Rücksetzern.
Vor der US-Notenbank Sitzung Ende des Monats war das Umfeld durch die Kombination aus geopolitisch beeinflussten Ölpreisen und erhöhten Inflationserwartungen geprägt. Der Markt blieb damit im „Higher for longer“-Modus: Eine kurzfristige Lockerung wurde nicht eingepreist, vielmehr dominierte weiter die Annahme, dass die Fed angesichts der Inflationsrisiken und der energiepreisgetriebenen Unsicherheit an ihrer vorsichtigen Haltung festhält. Allerdings sank die Inflationsrate in den USA von 4,2% im Mai auf 3,5% im Juni.
In Europa beließ die EZB die Leitzinsen unverändert, während der Markt für September eine Zinsanhebung einpreist. Nach der Sommerpause wird die EZB auf aktualisierte Projektionen zurückgreifen können, die für die weitere geldpolitische Ausrichtung maßgeblich sein dürften. Die Inflation im Euroraum stieg nur moderat von 2,8% im Juni auf 2,9% im Juli.
An den Rentenmärkten für Staatspapiere in den USA und Deutschland entwickelten sich die Renditen im Monatsvergleich einheitlich. Sie stiegen für 10-jährige US-Staatsanleihen um 27 Basispunkte und schlossen bei 4,74% ab. Die Renditen der 10-jährigen deutschen Bundesanleihen stiegen um 35 Basispunkte von 2,86% auf 3,21%. Die Rendite 10-jähriger italienischer Staatsanleihen zog sogar um 39 Basispunkte auf 4,02% an.
Bei den Unternehmensanleihen gab es auch ein einheitliches Bild. Die Rendite von Euro-Anleihen mit Investment Grade erhöhte sich von 3,46% auf 3,74 %, und die Rendite von in US-Dollar denominierten Unternehmensanleihen mit Investment-Grade-Rating stieg von 5,20% auf 5,46%. Im High-Yield-Segment stiegen bei US-Dollar-Unternehmensanleihen die Renditen um 26 Basispunkte auf 7,41% und bei in Euro notierten Papieren um 20 Basispunkte auf 6,06%.
Der Goldpreis stabilisierte sich in Juli und schloss bei US-Dollar 4.041 pro Unze. Der US-Dollar zeigte sich gegenüber dem Euro mit 1,153 um ca. 1% schwächer.
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