Die Autoren: Das Strategie-Team von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien.
Mit Blick auf den Januar und die kommenden Wochen bleiben wir für die Märkte nach wie vor konstruktiv gestimmt. Nach dem positiven Jahresauftakt unterstützt unter anderem der Saisonrhythmus die Märkte. Besonders aussichtsreich erscheint der europäische Industriesektor, der von steigenden Investitionen im Bergbausektor sowie von Investitionen in Netzinfrastruktur, Automatisierung und Robotik profitieren könnte. Relativ betrachtet konnte der Sektor zuletzt technische Stärke aufbauen.
Insgesamt ist Europa aus technischer Sicht hervorzuheben: Die europäischen Leitmärkte konnten zuletzt neue Höchststände erreichen und frühere Niveaus nachhaltig übertreffen. Als mögliche Beimischungen bleiben weiterhin Gold und Emerging Markets interessant. Im Anleihebereich liegt der Schwerpunkt auf kurzen bis mittleren Laufzeiten. Die weitere Entwicklung des US-Dollars ist schwer einzuschätzen. Derzeit erscheint eine Seitwärtsbewegung als das wahrscheinlichste Szenario.
Chancen, die wir sehen:
Europäische und skandinavische Industriewerte: Der europäische Industriesektor könnte unter anderem von höheren Investitionen in den Bereichen Bergbau, Automatisierung, Stromnetz-Infrastruktur und Robotik profitieren. Einige skandinavische Regionen mit größerem Industriefokus zeigten zuletzt eine verbesserte relative Stärke.
Mögliche positive Konjunkturentwicklung: Eine Konjunkturbelebung erscheint für das laufende Jahr durchaus realistisch. In den meisten OECD-Ländern (China ausgenommen) verbessern sich die Frühindikatoren, was auf eine stabilisierte Konjunktur hinweist.
Ausgewählte Schwellenländer: Schwellenländer (China eingeschlossen) können weiterhin als chancenreich betrachtet werden. Ein im mittelfristigen Vergleich schwächerer US-Dollar, weitere US-Zinssenkungen und zusätzliche Lockerungen auf monetärer Ebene könnten weitere Chancen bei Schwellenländern eröffnen.
Bau- und Immobilienwerte: Die Gewinnentwicklung von Unternehmen aus dem Bau-Infrastrukturbereich, vor allem von solchen mit Zementbezug, dürfte auch im Jahr 2026 solide bleiben. Auch ein kleiner Aufschwung auf dem Immobilienmarkt, der derzeit mehr oder minder einem kompletten Stillstand unterliegt, ist denkbar, wovon unter anderem Immobilienunternehmen mit Commercial-/Residential-Exposure und US-Hausbauaktien profitieren könnten.
Edelmetalle als Portfoliobaustein: Die geringe Positionierung globaler Investoren in Edelmetallen spricht für weiteres Potenzial. Selektiv stehen auch Silber – aufgrund struktureller Angebotsdefizite und der hohen Nachfrage aus dem Bereich der erneuerbaren Energien – sowie Minenaktien im Fokus. Ein Risiko für Gold bestünde vor allem bei einer deutlichen geopolitischen Entspannung und einer vollständigen Rückkehr sanktionierter Länder an die internationalen Finanzmärkte.
Risiken, die wir beobachten:
Zinssituation in Japan: Die steigenden Zinsen in Japan könnten den Staatshaushalt deutlich belasten und zu Unsicherheit und Verwerfungen führen. Eine veränderte Zinsdynamik könnte im Jahresverlauf zu einer stärkeren Entwicklung des Yen führen. Ein mögliches Ende des Carry Trades aufgrund weiterer Zinserhöhungen und einer Aufwertung des Yen könnte zu Abverkäufen von Technologie- und anderen Risikoaktien führen und die globale Liquidität belasten.
Schwächere Arbeitsmärkte: Der Arbeitsmarkt in den USA, aber auch in anderen großen Volkswirtschaften, könnte sich 2026 und 2027 deutlich abschwächen. Durch die zunehmende Automatisierung und den Einsatz von KI könnte es mehr Entlassungen und einen insgesamt deutlichen Stellenabbau geben, insbesondere bei gut ausgebildeten Arbeitskräften und in bestimmten Branchen wie Versicherungen, Beratung und Filmindustrie. Daraus ergeben sich Risiken für Konsum, soziale Stabilität und Konjunktur.
Kapitalbedarf der Wirtschaft und Liquiditätsrisiko aus IPOs: Nach wie vor verursachen die massiven Investitionen im US-Technologiesektor einen immensen Kapitalbedarf, der den Märkten Liquidität entzieht. Diese Entwicklung könnte durch die anstehenden Börsenemissionen von Größen wie OpenAI oder Anthropic verstärkt werden, was dem Markt weitere Liquidität entziehen und ab dem zweiten Halbjahr zu einer schwierigeren Börsenphase führen würde.
Versicherungssektor: Fallende Zinsen sowie schwächere Preiserneuerungsrunden könnten im laufenden Jahr ein schwieriges Umfeld für Versicherungen mit sich bringen, besonders für Erst- und Rückversicherer.
Geopolitische Spannungen: Weitere Verwerfungen auf geopolitischer Seite sind im Jahresverlauf nicht ausgeschlossen. So gilt etwa eine US-Intervention in Kuba als wahrscheinlich, nach wie vor besteht der Konflikt um Grönland und auch die Situation um Taiwan kann nicht als aufgelöst betrachtet werden.
Rechtliche Hinweise
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