Es kommt oft anders, als der Markt denkt

Angesichts der Fortschritte bei den Impfungen sind Value-Werte stärker gefragt. Insgesamt steigen die Aktienmärkte auch in diesem Jahr, aber auf breiterer Basis als im vorigen Jahr. In den vergangenen Wochen sind auch die Zinsen gestiegen, und die Inflation hat sich bemerkbar gemacht. Für Fondsmanager bedeutet das viel Arbeit, aber es ist auch ein spannendes Umfeld für flexible Mischfonds wie den DWS Concept DJE Alpha Renten Global. Ein Interview mit Co-Fondsmanager Michael Schorpp.

Was zeichnet den DWS Concept DJE Alpha Renten Global aus?

Ein Großteil unserer Fonds wird unabhängig von einem Vergleichsindex gemanagt, so auch der DWS Concept DJE Alpha Renten Global. Wir haben einen volkswirtschaftlich getriebenen Top-down-Ansatz und verzahnen diesen mit einem auf Fundamentaldaten basierenden Bottom-up-Ansatz bei der Einzeltitelauswahl. Wichtig ist immer ein gutes und erfahrenes Team. Unser Investmentmanagementteam besteht aus Portfoliomanagern und dem hauseigenen, bankenunabhängigen Research-Team. Wir bedienen uns der FMM-Methode, analysieren also fundamentale, monetäre und markttechnische Kennzahlen, um reproduzierbare Ergebnisse zu erhalten. Aus diesen Puzzleteilen ergibt sich, richtig zusammengesetzt, ein klares Marktbild, welches es uns ermöglicht Investitionsentscheidungen zu treffen. Wir haben ein breit diversifiziertes Basisportfolio und sind ständig auf der Suche nach Renditequellen unter Chance- und Risikogesichtspunkten. Wir verwalten unseren Fonds aktiv, und zwar nicht nur bei der Einzeltitelauswahl, sondern auch im Derivate-Overlay-Management, da der Absicherungsbedarf angesichts der steigenden Zinsen immer wichtiger wird. Wir versuchen Verluste möglichst zu vermeiden, und das zeigt sich an der niedrigen Volatilität und einem niedrigen Maximum-Drawdown des Fonds. Besonders in Marktabschwung-Phasen verlieren wir in aller Regel deutlich weniger als unsere Mitbewerber.

Der Schwerpunkt des Fonds liegt auf Anleihen, dennoch liegt die Nettoaktienquote nahe der Maximalgrenze. Warum dieser hohe Aktienanteil?

Man hört immer wieder der Zinsmarkt sei tot oder mit Anleihen sei kein Geld mehr zu verdienen. Das würde ich zwar nicht vollumfassend so unterschreiben, aber in einem Markt mit steigenden Zinsen und zusätzlich niedrigem, teilweise sogar negativem Zinsniveau ist es durchaus schwierig. Und: Auf der anderen Seite läuft der Aktienmarkt weiterhin außerordentlich gut. Da wäre es fahrlässig, die Aktienquote des Fonds – diese liegt bei maximal 20% – nicht voll auszuschöpfen.

Wie haben Sie in Ihrem Fonds auf die Sektorrotation der vergangenen Wochen reagiert?

Wir haben Growth- in Value-Aktien umgeschichtet. Also Wachstumswerte, wie z.B. aus dem Tech-Sektor, durch defensivere Werte, etwa aus dem Versorgersektor oder auch aus dem wiedererstarkten Healthcare-Sektor, ersetzt. Dabei gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen, und eine gute Titelauswahl zu treffen.

Stichwort Titelauswahl, diese ist auf der Anleihenseite wahrscheinlich über die vergangenen Monate und Jahre nicht einfacher geworden, dennoch besteht das Fondsportfolio derzeit aus 65% Anleihen. Wo finden Sie noch attraktive Anleihen?

Unsere Devise ist, auf der Anleiheseite so wenig wie möglich zu verlieren. Gerade in einem steigenden Zinsmarkt, würde man unweigerlich Verluste erleiden, wenn man nichts macht. Deswegen steht absichern im Vordergrund. Aber diese Zinsänderungen bieten auch Chancen, die wir versuchen zu nutzen. Auf der einen Seite haben wir erstklassige Staatsanleihen im Portfolio, die gefragt sind, wenn die Anleger einen sicheren Hafen suchen. Und wenn man diese richtig einsetzt und teilweise oder phasenweise absichert, können sie durchaus positiv zur Fondsperformance beitragen. Auf der anderen Seite sind Hochzinsanleihen ein Thema, ebenso wie Schwellenländer-Anleihen. Auch hier ist eine gute Titelauswahl unabdingbar, um Geld zu verdienen.

Sie haben die Zinsduration im Fonds gesenkt. Erwarten Sie entsprechend weiter steigende Zinsen für die Zukunft? Und wenn ja, für welche Märkte?

Vollkommen richtig, dieses Jahr haben wir ja schon im ersten Quartal deutliche Zinssteigerungen gesehen. 10-jährige Staatsanleihen stiegen in Deutschland von -0,6% auf -0,3% und in den USA von 0,8% auf 1,6%. Das ist absolut gesehen nicht viel, aber prozentual ist das ein deutlicher Sprung, und das, obwohl die Notenbanken ja immer wieder beteuern, die Zinsen noch lange auf diesem niedrigen Niveau zu lassen und ihre Anleihenkäufe fortzusetzen. Aber klar, der Markt nimmt schon einiges vorweg. Vor allem ist die Inflationserwartung gestiegen, und wir hätten schon viel verlieren können, wenn wir die Duration nicht gesenkt hätten. Die Gretchenfrage ist tatsächlich, ob wir mit weiter steigenden Zinsen rechnen. Davon gehe ich aber nicht aus. Gerade die südeuropäischen Staaten könnten sich das nicht leisten. Meiner Meinung nach werden die Notenbanken bzw. Regierungen den Wirtschaftsaufschwung, den wir jetzt erleben, nicht mit steigenden Zinsen unnötig abwürgen. Allerdings wird es volatil bleiben, und die Zinsen werden sich eher seitwärts bewegen, solange sich die Rahmenbedingungen nicht ändern.

Die US-Dollar- Absicherung haben Sie dagegen aufgelöst bzw. reduziert. Warum erwarten Sie wieder einen stärkeren US-Dollar?

Wir unterscheiden zwischen strategischen und taktischen Entscheidungen. Es spricht seit längerem wieder einiges für einen starken Euro. Dies ist unsere strategische Sicht. Aber das ist auch die Konsensmeinung des Marktes. Und wir haben oft gesehen: Wenn alle von der gleichen Entwicklung überzeugt sind, kommt es gerne anders als gedacht. Daher ist unsere kurzfristige taktische Sichtweise, dass der US-Dollar gerade gute Chancen hat zu steigen. Denn die USA machen derzeit große Fortschritte bei den Impfungen und sollten sich auch früher aus dem Griff der Pandemie befreien können. Die US-Wirtschaft sollte also früher und stärker anspringen als die europäische. Das wiederum spricht für einen starken US-Dollar. Es ist im Prinzip ganz einfach: Wir hinterfragen unsere Prämissen und Annahmen immer wieder und passen unsere Strategie schnell an die Marktgegebenheiten an.

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