Finanzielle Stabilität hat Vorrang vor Inflation

Trotz der weltweit anziehenden Konsumenten- und Produzentenpreise zeigten sich die Notenbanken in den USA und im Euroraum entspannt und behielten ihre expansive Geldpolitik bei. Damit gaben sie der finanziellen Stabilität Vorrang vor der Eindämmung der Inflation. Außerdem stützte eine sehr starke Bilanzsaison die Aktienmärkte.

Im Mai konnten deutsche und europäische Aktien weiter zulegen, der deutsche Aktienindex DAX stieg um 1,88%, und der breite europäische Index Stoxx Europe 600 um 2,14%. In den USA dagegen büßte der S&P-500-Index um -0,89% ein, und der Hongkonger Hang-Seng-Index ging moderat um -0,11% zurück. Der weltweite Aktienindex MSCI World entwickelte sich im Mai weitgehend seitwärts und schloss den Monat mit -0,41% ab – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Die Aktienmärkte erhielten im Mai Unterstützung vom Impffortschritt und den stetig fallenden Corona-Neuinfektionszahlen in den USA und Europa. Darüber hinaus zeigten sich die Notenbanken im Euroraum und in den USA dem Inflationsanstieg gegenüber weiterhin entspannt. Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte in ihrem Statement klar, dass es wichtig für die finanzielle Stabilität sei, die expansive Geldpolitik nicht zu früh zurückzufahren. Die US-Finanzministerin Janet Yellen verunsicherte die Marktteilnehmer dagegen zu Beginn des Monats mit Überlegungen, dass eine Überhitzung der Konjunktur eventuell Zinserhöhungen nötig machen würde. Später relativierte sie diese Aussage und betonte, sie würde weder Zinserhöhungen fordern noch prognostizieren. Die Investoren rechnen mit der ersten Leitzinserhöhung der US-Notenbank im Dezember 2022.

Positive Impulse für die Aktienmärkte kamen von den Bilanzen der Unternehmen, die im ersten Quartal deutlich besser ausfielen, als die Marktteilnehmer erwartet hatten. In den USA berichteten die Unternehmen im S&P 500 eine Gewinnsteigerung von durchschnittlich 51% gegenüber dem Vorjahr und in Europa erholten sich die Gewinne der Unternehmen im Stoxx Europe 600 um 90% gegenüber dem ersten Quartal 2020. Außerdem reduzierten die USA die vorgeschlagene globale Mindeststeuer für internationale Konzerne von 21% auf 15%.

Die Mehrzahl der Konjunkturindikatoren unterstützten die Aktienmärkte ebenfalls. Der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex verbesserte sich von 96,6% auf 99,2%. Die deutschen Exporte um 1,2% gegenüber dem Vormonat und damit zum elften Mal in Folge. Die Einkaufsmanagerindizes für Dienstleistungen stiegen in und Deutschland im Euroraum weiter an, während ihre Pendants für die Industrie leicht zurückgingen. In den USA kamen die Einkaufsmanagerindizes sowohl für die Industrie als auch die Dienstleistungen voran.

Auf der anderen Seite belastete die steigende Inflation die Aktienmärkte. Gegenüber dem Vorjahr stiegen sowohl die Konsumenten- als auch die Produzentenpreise in Deutschland und in den USA deutlich. Die Kernrate des Preisindex für die US-Konsumausgaben sprang von 1,80% auf 3,10% gegenüber dem Vorjahr – auf den höchsten Wert seit Juli 1992 und damit weit über die 2%-Zielmarke der US-Notenbank. Die chinesische Wirtschaft legte erneut starke Ergebnisse vor: Die Einzelhandelsumsätze (+18%), die Industrieproduktion (+9,8%), die Exporte (+32%) und die Importe (+43%) stiegen gegenüber dem Vorjahr deutlich. Doch auch in China machte sich die Inflation mit steigenden Produzenten- und Konsumentenpreisen bemerkbar.

An den Rentenmärkten machte sich die steigende Inflation bislang nur wenig bemerkbar. Die Rendite der 10-jährigen deutsche Bundesanleihe stieg leicht von -0,20% auf -0,18% und blieb damit weiter negativ. Die Rendite ihrer US-amerikanischen Pendants sank dagegen von 1,63% auf 1,59% leicht. Gold war dagegen als Stabilitätsanker in Zeiten steigender Inflation gefragt. Der Goldpreis stieg deutlich von 1.770 auf 1.906 USD/Feinunze.

 

 

 

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