Vorsichtiger Optimismus und chinesische Regulierungswut

Viele Unternehmen konnten die hohen Gewinnerwartungen für das zweite Quartal erfüllen oder übertreffen. Steigende Produzentenpreise, Lieferengpässe und ein wieder zunehmendes Pandemie-Geschehen lassen die Unternehmen vorsichtiger, aber weiterhin optimistisch in die Zukunft blicken. In China dagegen sorgte die Regierung mit Regulierungen und Statements für tiefrote Zahlen.

Im Juli entwickelten sich die internationalen Aktienmärkte, von den meisten Börsen in Asien und den Schwellenländern abgesehen, weitgehend seitwärts mit freundlicher Tendenz. Der deutsche Aktienindex DAX blieb mit einem Ergebnis von 0,09% gegenüber dem Vormonat stabil. Der breite europäische Index Stoxx Europe 600 stieg um 1,97%, und der US-amerikanische Index S&P 500 legte um 2,19% zu. Der Hang-Seng-Index aus Hongkong schloss den Monat dagegen mit einem Verlust von -10,10%. Weltweite Aktien kamen, gemessen am MSCI World Index, um 1,64% voran – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Unterstützt wurden die Börsen einerseits von der weiterhin robust laufenden Konjunktur und anderseits von der Mehrzahl der Unternehmen, die die hohen Gewinnerwartungen der Marktteilnehmer in der Berichtssaison zum zweiten Quartal bestätigen oder sogar noch übertreffen konnten. Dagegen bremste der abnehmende Optimismus der Unternehmen eine noch bessere Entwicklung an den Börsen aus. Mit Blick auf anhaltende Lieferengpässe, steigende Produzentenpreise und auf ein inzwischen wieder zunehmendes Pandemie-Geschehen bewerteten die Unternehmen sowohl im verarbeitenden Gewerbe als auch im Dienstleistungssektor ihre Aussichten für die kommenden Monate tendenziell vorsichtiger. So ging etwa der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex zum ersten Mal seit November 2020 wieder zurück und fiel von 101,7 auf 100,8 Punkte (auf das Niveau von Anfang 2017). Auch die Einkaufsmanagerindizes gingen von hohem Niveau aus leicht zurück. Beispielsweise gab der US-amerikanische ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe von 60,6 auf 59,5 Punkte den zweiten Monat in Folge nach, lag damit aber noch deutlich über der Expansions-Schwelle von 50, welche ein Wachstum signalisiert.

Die steigende Inflation, vor allem in den USA, beunruhigt weiter viele Marktteilnehmer. In den USA lag die Inflation im Juni um 5,4% (Deutschland: 2,3%) höher als im Juni 2020 und markierte damit den stärksten Anstieg seit 2008. Mit der steigenden Inflation stiegen die Erwartungen der Marktteilnehmer in erster Linie gegenüber der US-Notenbank, die Anleihenkaufprogramme zu reduzieren (Tapering) oder auslaufen zu lassen und die Zinsen möglicherweise früher als angekündigt (2023) zu erhöhen. Allerdings hielten die Zentralbanken in den USA und im Euroraum demgegenüber an ihren Kaufprogrammen fest und bestätigten das gegenwärtige Zinsniveau von 0,00–0,25% (USA) bzw. 0,00% im Euroraum. Die Renditen 10-jähriger deutscher Staatsanleihen fielen im Juli um 25 Basispunkte auf -0,46% und ihre US-amerikanischen Pendants gaben 25 Basispunkte auf 1,22% nach. Damit fielen die ohnehin schon negativen Realzinsen (10-jährige Staatsanleihen minus Inflation) auf ein noch tieferes Niveau.

In Asien dagegen spielt die Inflation kaum eine Rolle, in China beispielweise lag sie im Juni bei 1,1%. Dort allerdings sorgte die chinesische Regierung mit Regulierungen und mit überraschenden Statements (Computerspiele seien „geistiges Opium“) im lokalen Technologiesektor für tiefrote Kurse. Dies belastete die Börsen in China und darüber hinaus in Asien, zumal sich die chinesische Wirtschaft im laufenden Jahr nicht so stark präsentierte wie erwartet, die Marktstimmung durch Corona, d.h. durch die Ausbreitung der Delta-Mutante, gereizt ist und sich der Immobilienmarkt abschwächt.

 

 

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