Druck von zwei Seiten

Im Juni erhöhte die US-Notenbank die Leitzinsen um 75 Basispunkte, um die ausufernde Inflation in den USA zu bekämpfen. Auch in Europa hat die Europäische Zentral die Abkehr von ihrer Nullzins-Geldpolitik angekündigt. Die hohe Teuerung drückte außerdem auf die Konsumlaune und auf die Stimmung der Einkaufsmanager.

Die internationalen Aktienmärkte erlitten im Juni erneut herbe Verluste – mit Ausnahme von China und Hongkong. Der deutsche Aktienindex DAX verlor -11,15% und erzielte damit ein noch schwächeres Ergebnis als der breite europäische Index Stoxx Europe 600 mit -8,15%. In den USA gab der S&P 500 um -6,22% nach. Der Hongkonger Hang-Seng-Index stieg dagegen um 4,50%. Insgesamt gaben weltweite Aktien, gemessen am MSCI World, um -8,77% nach – alle Index-Angaben auf Euro-Basis.

Die anhaltend hohe Inflation setzte die Aktienmärkte von zwei Seiten unter Druck:

Zum einen versuchte die US-Notenbank die Teuerung, welche in den USA per Ende Mai 8,6% gegenüber dem Vorjahresmonat betrug, durch eine zunehmend restriktive Geldpolitik einzudämmen. Im Juni hob sie die US-Leitzinsen um 75 Basispunkte auf eine Spanne von nunmehr 1,50% bis 1,75% an. Auch die Europäische Zentralbank hat inzwischen eine Abkehr vom Nullzins angekündigt, um der Inflation im Euroraum (8,6% per Ende Juni) zu begegnen. Die Marktteilnehmer rechnen mit einer ersten Zinserhöhung in der Eurozone um 25 Basispunkte auf dann 0,25% im Juli.

Zum anderen schmälerte die Inflation die Konsumlaune und beeinträchtigte das Verbrauchervertrauen ebenso wie die Stimmung der Einkaufsmanager. Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA ging um 3,1 Punkte auf 53 zurück. Damit zeigt der Index zwar noch immer eine expandierende Wirtschaftstätigkeit an, deutete jedoch auf eine nachlassende Dynamik. Die US-Unternehmen blickten dabei in erster Linie auf eine sich abschwächende Weltwirtschaft.

Auch in Deutschland beurteilten die Unternehmen im Juni die Zukunft pessimistischer, vor allem im verarbeitenden Gewerbe. Hier bereiteten die weiter steigenden Energiepreise und eine drohende Gasknappheit den Unternehmen große Sorgen. Entsprechend fiel der ifo-Geschäftsklimaindex im Juni auf 92,3 Punkte (Mai: 93). Dies dürfte sich auch auf die beginnende Berichtssaison zum zweiten Quartal auswirken. Die Marktteilnehmer erwarten für die Mehrzahl der Unternehmen diesseits und jenseits des Atlantiks nur sehr vorsichtige Gewinn- und Umsatz-Prognosen für die kommenden Quartale, was den Investoren auf die Stimmung schlägt. Die Kehrseite dieser Medaille: Lässt die weltweite Konjunktur nach, könnte das die Inflation wirksamer bekämpfen als der geplante Liquiditätsentzug durch die Zentralbanken.

Einen klar besseren Juni erlebten die Aktienmärkte in China und Hongkong. Da die chinesische Regierung ihr striktes Null-Covid-Regime für den Großraum Shanghai und andere Regionen lockerte, stiegen die Exporte sprunghaft an. Auch der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe legte wie schon im Vormonat zu und erreichte mit 51,7 Punkten ein Niveau, das wieder eine expandierende Wirtschaft signalisiert. Damit könnte sich die Erholung der chinesischen Wirtschaft manifestieren, was mit Blick auf sich entspannende Lieferketten auch eine gute Nachricht für die hiesige Wirtschaft wäre.

Die Rentenmärkte reagierten auf die Geldpolitik und die weiter angespannte geopolitische Lage und erlebten einen sehr volatilen Monat: Die Rendite 10-jähriger deutscher Staatsanleihen stieg von 1,12% auf zwischenzeitlich 1,76%, legte auf Monatssicht dann aber nur um 22 Basispunkte auf 1,34% zu. 10-jährige US-Treasuries entwickelten sich ähnlich volatil. Auf Monatssicht stieg ihre Rendite um 17 Basispunkte auf 3,01%. Der Goldpreis geriet angesichts des aufwertenden US-Dollars und der steigenden Anleiherenditen unter Druck. Der Preis für eine Feinunze sank von 1.837,35 auf 1.819,25 US-Dollar.

 

 

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